Von Handy entlarvt: Eklat um Rumäniens Präsidenten
Rumäniens Präsident Traian Basescu schimpfte über eine Journalistin. Sein Pech: Deren Handy zeichnete die rassistischen Aussagen des Staatsoberhauptes auf.

Foto © ReutersTraian Basescu
Noch am Wochenende haben Millionen Rumänen Präsident Traian Basescu, der durch eine Volksabstimmung im Amt bestätigte worden war, zugejubelt. Aber seit Montag ist das Staatsoberhaupt wegen seines rüden Umgangs mit einer Journalistin und wegen rassistischer Äußerungen über die Frau ins Kreuzfeuer der Kritik geraten.
Supermarkt.
Am Samstag, dem Tag des Referendums, hatte die Mitarbeiterin eines privaten Fernsehsenders Basescu mit seiner Frau beim Einkaufen in einem Bukarester Supermarkt mit der Kamera ihres Mobiltelefons gefilmt. Während Basescu die Einkaufssackerln in den Kofferraum seines Autos packte, fragte ihn die Reporterin, welches Ergebnis er beim Referendum erwarte.
Auto.
Basescu sagte gereizt: "Hast du denn nichts Besseres zu tun, Vögelchen?" entriss ihr das Handy und fuhr weg. Im Auto sagte Basescu kurz danach zu seiner Frau: "Wie aggressiv diese stinkende Zigeunerin doch war!"
Mitschnitt.
Sein Pech: Das Handy, dessen Aufnahmeeinrichtung in Betrieb geblieben war, zeichnete diesen Satz auf. Später gaben Basescus Sicherheitsleute der Journalistin ihr Mobiltelefon zurück, hatten es aber versäumt, die Aufnahme zu löschen. Der Sender sendete später den Mitschnitt.
Entschuldigung.
Basescus Sprecher ließ mitteilen, der Präsident entschuldige sich dafür, dass "ein unpassender Ausdruck aus einem privaten Gespräch öffentlich geworden ist". Die Äußerung stehe nicht für Basescus Einstellung gegenüber der Gemeinschaft der Roma. Der Vorsitzende des rumänischen Journalistenverbands, Cristian Tudor Popescu, bezeichnete die Formulierung dieser Entschuldigung als ungenügend.
Features
Referendum
Bei dem Referendum am Samstag hatten rund drei Viertel der Teilnehmer eine vom Parlament angestrebte Amtsenthebung Basescus abgelehnt. Die Parlamentarier hatten Basescu vorgeworfen, sich in die Regierungspolitik eingemischt und damit gegen die Verfassung verstoßen zu haben.
EU zu Reformprozess
Die EU-Kommission begrüßte das Ergebnis des Referen-













