Barroso: Russland will Europa in zwei Klassen spalten
EU-Kommissionspräsident zeigte sich außerdem skeptisch zu Türkei-Beitritt.

Foto © ReutersWerden keine Freunde: Putin und Barroso
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso
hat Russland davor gewarnt, die Europäische Union in zwei Klassen zu
spalten. "Man kann den Eindruck gewinnen, dass Russland bestimmte
Mitgliedsstaaten - etwa Polen oder die baltischen Staaten - anders
betrachtet als die anderen Mitgliedsstaaten", sagte der Chef der
EU-Zentrale in einem Interview des deutschen Nachrichtenmagazins
"Focus" laut einer Vorabmeldung.
"Nicht zu knacken".
Aber die russische Regierung müsse wissen, dass das Interesse der
Polen genauso legitim sei wie das der Franzosen, der Deutschen oder
Portugiesen. Zum EU-Russlandgipfel in Samara sagte Barroso: Russlands
Präsident Vladimir "Putin hat gemerkt, dass die europäische Einheit
nicht zu knacken ist".
Kritik übte der Brüsseler Politiker zudem an der
Menschenrechtslage in Russland. "Ich verstehe nicht, wieso ein Land
mit einem solchen Sicherheitsapparat es nicht schafft, den Mord an
Journalisten zu klären." Als Beispiel nannte er die getötete
Journalistin Anna Politkowskaja.
Thema Türkei.
Zum EU-Beitritt der Türkei äußerte sich Barroso im
"Focus"-Interview skeptisch: "Ich glaube übrigens nicht, dass die
Türkei im Moment bereit ist, Mitglied zu werden, oder dass wir heute
in der Lage sind, die Türkei aufzunehmen."
Features
EU-Russland-Gipfel
Russland
Medienzensur steht in Russland auf der Tages-
Haft und Knast
Mehrjährige Gefängnisstrafen von Kritikern und auf Morde an Journalisten, die kaum aufgeklärt werden, werden immer wieder kritisiert.
Fall Politkowskaja
Der wohl berühmteste Fall ist die Ermordung der regierungskritischen Journalistin Anna Politkowskaja im Oktober vergangenen Jahres, die für weltweite Empörung gesorgt hatte. Politkowskaja warf Putin unter anderem vor, die Demokratie in Russland nach und nach zu zerstören.














