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Zuletzt aktualisiert: 25.04.2007 um 13:57 Uhr

Russland nimmt Abschied von seinem Ex-Präsidenten Jelzin

Internationale Staatsgäste bei Begräbnis in Moskau - Kommunisten verweigern Schweigeminute.

Boris Jelzin

Foto © APABoris Jelzin

Mit einem Gottesdienst und einem Staatsakt hat Russland am Mittwoch Abschied von seinem ersten gewählten Präsidenten Boris Jelzin genommen. An der Zeremonie in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale nahm auch Präsident Wladimir Putin teil, der für seinen am Montag im Alter von 76 Jahren verstorbenen Vorgänger Staatstrauer angeordnet hatte. Österreich wurde durch Bundespräsident Heinz Fischer, die Europäische Union durch Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner vertreten.

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Foto vergrößernBoris Jelzin im KremlFoto © APA

Ehre. Aus den USA waren die Ex-Präsidenten Bill Clinton und George Bush erschienen, die mit Jelzin freundschaftlich verbunden waren. Auch der von Jelzin aus dem Amt gedrängte letzte sowjetische Präsident Michail Gorbatschow erwies ihm die Ehre. Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler sprach der Witwe Jelzins, Naina, am offenen Sarg in der Erlöser-Kathedrale sein Beileid aus. Auch Putin kondolierte den Angehörigen. Clinton umarmte die Witwe sekundenlang. Der ehemalige britische Premierminister John Major kondolierte ebenfalls.

Tausende Gäste. Bei der vom russischen Staatsfernsehen live übertragenen Trauerfeier verlas Metropolit Juwenali eine Botschaft des verhinderten Oberhaupts der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Alexi II. Die Totenmesse verfolgten tausende geladene Gäste, darunter auch mehrere Staatschefs der ehemaligen Sowjetrepubliken.

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Foto vergrößernBoris Jelzin mit seiner Gattin NainaFoto © APA

Herzversagen. Jelzin war am Montag im Kremlkrankenhaus an Herzversagen gestorben. Im Anschluss an die Totenmesse wird der Sarg durch das Zentrum Moskaus zum Friedhof Nowodewitschje (Neujungfrauen) gefahren. Dort soll Jelzin am Nachmittag seine letzte Ruhe finden. Das ist ein Bruch mit der aus der Sowjetzeit stammenden Tradition, Staatschefs auf dem Roten Platz an der Kreml-Mauer zu beerdigen. Die Familie hatte nach Presseberichten darum gebeten, Jelzin in der Nähe von Kulturschaffenden und nicht von kommunistischen Politikern wie dem früheren Partei- und Regierungschef Nikita Chrustschow beizusetzen.

Halbmast. Landesweit wehten die Flaggen auf Halbmast, Fernsehsender verzichteten auf Unterhaltungsprogramme. Nach dem offiziellen Feierlichkeiten soll der 76-Jährige auf dem Friedhof des Nowodewitschje-Klosters beigesetzt werden. Die kommunistische Fraktion im russischen Parlament verweigerte eine Schweigeminute für den ersten Präsidenten des postsowjetischen Russland. "Wir werden niemals den Zerstörer des Vaterlandes ehren", sagte der kommunistische Abgeordnete Viktor Iljuchin am Mittwoch laut einer Meldung der russischen Nachrichtenagentur RIA-Nowosti.


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Trauer um Boris JelzinFoto © APA

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Vorwürfe

Gegen Boris Jelzin und seine Familie waren immer wieder Korruptionsvorwürfe laut geworden. Bei der Amts-
übergabe
an seinen Nachfolger Wladimir Putin zum Jahreswechsel 1999/2000 ließ sich Jelzin Schutz vor strafrechtlicher Verfolgung zusichern.

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Bild vergrößernBoris Jelzin mit Nachfolger Wladimir PutinFoto © APA



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