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Zuletzt aktualisiert: 20.04.2007 um 11:22 Uhr

Streit lässt Vertrauen in steirische Politik schwinden

APA/OGM-Index-Steiermark zeigt einen Vertrauensverlust für die Spitzenpolitiker. Auch bisheriger "Umfrage-Star" Kaltenegger bricht ein.

Kaltenegger fuhr Minus ein

Foto © APKaltenegger fuhr Minus ein

Die ständigen Streitereien in Regierung und Landtag lassen in der Steiermark das Vertrauen in die Politiker schwinden. Im aktuellen APA/OGM-Vertrauensindex mussten fast alle Spitzenpolitiker einen massiven Vertrauensverlust hinnehmen. Das betrifft nicht nur die Regierung, sondern auch Teile der Opposition: Am stärksten Vertrauen verlor der frühere "Umfrage-Star" KPÖ-Klubchef Ernest Kaltenegger. Nur zwei legten gegenüber dem Juli 2006 klar zu: Finanzlandesrat Christian Buchmann (V) und der Grüne Werner Kogler.

Minus. Weniger Medienpräsenz seit dem Wechsel auf die Landesebene vermutet OGM-Chef Wolfgang Bachmayer als Grund für den "Einbruch" Kalteneggers. Er rutschte vom - vor neun Monaten noch gehaltenen - Spitzenplatz im APA/OGM-Index mit minus elf Prozentpunkten (das größte Minus in der Umfrage) und damit jetzt 20 Prozent auf Platz 2 ab.

Stockerl. Dies bescherte Landeshauptmann Franz Voves (S) mit 22 Prozent den ersten Platz - obwohl auch er massiv, nämlich acht Prozentpunkte, verlor. Und sein Vertrauenssaldo von 22 Prozent ist im Vergleich der Landeschefs schwach: Nur der Kärntner LH Jörg Haider (B) liegt mit neun Punkten hinter ihm. Unter den SPÖ-Landeshauptleuten ist Voves der mit dem geringsten Vertrauen ausgestattete; der Vorletzte, Michael Häupl (Wien), kommt mit 45 auf mehr als doppelt so viel.

Auf den Rängen. Wenn auch in geringerem Ausmaß als Voves, aber doch deutlich (minus sechs Punkte) musste Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer von der ÖVP für das schlechte steirische Regierungsklima büßen. Er rangiert mit aktuell 16 Prozent auf Platz 4 im Vertrauenssaldo. Vor ihm auf Platz 3 liegt nach wie vor seine Parteikollegin Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder. Sie verlor zwar auch fünf Prozentpunkte, kommt aber auf einen Saldo von 19.

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Buchinger im PlusFoto © APA

Plus. Deutlich zulegen konnte nur ein Regierungsmitglied: Finanzlandesrat Buchmann von der ÖVP kam mit einem Plus von acht Punkten aus dem "Minus" und hat nun einen Vertrauenssaldo von sieben Prozent. Offenbar werde Buchmanns Haltung beim Budget als ehrlich empfunden, sieht Bachmayer noch einen weiteren möglichen Grund neben der größeren Medienpräsenz.

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Größtes Plus: KoglerFoto © AP

Zugelegt. Letztere, bewirkt durch seine Rolle in den Untersuchungsausschüssen in Wien, dürfte auch dem steirischen Grünen-Chef Kogler zum überraschenden Aufstieg verholfen haben: Er fuhr mit plus zehn Punkten den größten Zuwachs ein. Dennoch bleibt er im Vertrauenssaldo klar im Minus. Bei 34 Prozent Befragten, die ihm nicht vertrauen, und 19 Prozent, die ihm vertrauen, ist der Saldo immer noch minus 15 Prozent.

Schlusslicht. Drei weitere steirische Politiker haben noch in geringerem Ausmaß zugelegt: ÖVP-Klubobmann Christopher Drexler (plus 4 Punkte), ÖVP-Agrarlandesrat Hans Seitinger und die Grüne Klubchefin Ingrid Lechner-Sonnek (jeweils plus ein Prozentpunkt). Wegen des starken Zuwachses Koglers (der früher ganz hinten lag) ist Sonnek jetzt aber - mit einem negativen Vertrauenssaldo von 16 Prozent - unter den 14 abgefragten Politikern der Landtagsparteien dennoch das Schlusslicht.

10/regionen/topics/steirerpolitik/

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Grafik vergrößernAlle Ergebnisse auf einen BlickGrafik © APA

Wertung

Der Vertrauenssaldo wird aus den Ergebnissen einer Telefonumfrage gebildet, bei der die Frage "Vertrauen Sie xy oder vertrauen Sie xy nicht - oder kennen Sie xy nicht" gestellt wird. Aus den Werten für Vertrauen und Nicht-Vertrauen wird der Saldo gebildet, der für das Ranking herangezogen wird.

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