Parteiobmann Molterer: "Hab' nicht vor, mich zu ändern"
Vizekanzler Molterer wurde beim gestrigen ÖVP-Parteitag mit überzeugender Mehrheit zum neuen VP-Obmann und Nachfolger Schüssels gewählt. Der Alt-Obmann verabschiedet sich indes unter Tränen. Heftige Attacken von Molterer und Schüssel gegen die SPÖ.

Foto © APAWilhelm Molterer lässt sich als neuer Parteichef feiern
Der 33. Bundesparteitag der ÖVP ist am Samstag
Nachmittag nach sechseinhalb Stunden zu Ende gegangen. Vizekanzler Wilhelm Molterer beim Salzburger Parteitag mit 97 Prozent der
Delegiertenstimmen zum 13. Obmann der Volkspartei gewählt. Auch seine
Stellvertreter Josef Pröll, Christian Buchmann und Elisabeth Zanon
erhielten überzeugende Ergebnisse mit deutlich mehr als 90 Prozent.
Einzig die polarisierende Gesundheits-
Dankesrede. Am Schluss
stand die Dankesrede des neuen Parteiobmanns Wilhelm Molterer am
Programm. Dieser kommentierte seine Wahl zum neuen Parteichef mit den
Worten: "Liebe Freunde, jetzt ist es soweit" und "Ich hab' nicht vor, mich zu ändern". Er dankte den
Delegierten für ihre breite Unterstützung. "Sagt's mir, wenn euch was ned passt, aber sagt's mir auch, wenn
euch was passt", so Molterer zu seiner Partei. Seinen Amtsantritt
sehe er nicht als Bruch, sondern als Umbruch. Ganz nach dem neuen
Motto der ÖVP mahnte er seine Parteikollegen zu "Mut zu neuen Werten
und zu neuen Wegen". Nach Molterers Rede und dem gemeinsamen Singen
der Bundeshymne war der Parteitag zu Ende.
Harte Worte. Drei Monate nach der Wahl herrsche beim Koalitionspartner immer noch eine Sprache, bei der es Zeit sei, "dagegen aufzustehen und sich zur Wehr zu setzen", donnerte der Alt-Kanzler Schüssel gegen die SPÖ. Wenn Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) von einer "Verlotterung der Sitten" spreche, dann solle er sich "die Balken aus den Augen herausoperieren", forderte Schüssel. Dass die ÖVP nun nicht mehr die Nummer eins im Land ist, schrieb der nunmehr ehemalige Parteichef einzig dem mangelnden Kampfgeist der ÖVP in der letzten Wahlauseinandersetzung zu: "Die SPÖ hat die Wahl nicht gewonnen, wir haben sie verloren." Dementsprechend gab er als Ziel für die Zukunft aus, Wahlen als Herausforderer in einem Kampf zu führen.
Drohungen. Auch Molterer wünschte sich von seinen gut 600 Delegierten ein neues Bekennertum, dass jeder aufstehe und mit Stolz sage: "Ich bin ein ÖVP-ler." Mit Platz zwei werde sich die Volkspartei sicher nicht zufrieden geben, drohte er der politischen Konkurrenz. Wiewohl Molterer bei seiner Rede gemäßigtere Töne als sein Vorgänger anschlug, ließ auch er eine Attacke auf den Koalitionspartner nicht aus.















