Der lange Schatten des Sonnenkönigs
Nicolas Sarkozy hat als EU-Ratsvorsitzender die Kaukasuskrise professionell gemanagt. Er besitz in Frankreich eine enorme Machtfülle.

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"Das Sein bestimmt das Bewusstsein", sagte Karl Marx. Nicolas Sarkozy ist französischer Staatspräsident und was das heißt, bekamen in der Vorwoche alle zu spüren, die zum EU-Ukraine-Gipfel ins noble Evian am Genfersee gereist waren, wo das Treffen ursprünglich stattfinden hätte sollen.
Verlegt.
Weil Sarkozys Vermittlungsreise zur Lösung der Kaukasuskrise nach Tiflis und Moskau länger dauerte als geplant, verlegte der Franzose den Gipfel wenige Stunden vor Beginn kurzerhand nach Paris. Hunderte Hotelzimmer mussten storniert werden; für teures Geld angemietete Säle standen plötzlich leer; ganze Lkw-Züge mit technischem Gerät, das schon aufgebaut worden war, mussten wieder beladen werden; die Wirte blieben auf ihren Trüffeln sitzen; Flugtickets verfielen und fluchend machte sich der Tross von Beamten, Diplomaten, Experten, Übersetzern, Technikern, Kameraleuten und Journalisten zum Teil noch in der Nacht auf den 600 Kilometer weiten Weg in die französische Metropole.
Politisches Harakiri.
Einer jähen Laune des Präsidenten entsprungen, muss die Verlegung des Gipfels Millionen Euro an Steuergeldern verschlungen haben. In jedem anderen Land Europas wäre ein derartiger Willkürakt politisches Harakiri. Nicht so in Frankreich, wo seinerzeit schon Sonnenkönig Ludwig XIV. "L'état c'est moi - Der Staat bin ich" dekretiert haben soll und die auf General De Gaulle zugeschnittene Verfassung dem republikanischen Staatsoberhaupt seit 1958 den Status eines "Monarchen auf Zeit" einräumt.
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Steckbrief
Nicolas Sarkozy (Nicolas Paul Stéphane Sárközy de Nagybócsa wurde am 28. Januar 1955 in Paris geboren und ist seit dem 16. Mai 2007 Staatspräsi-
dent von Frankreich. Er hat drei Mal geheiratet und ist Vater von drei Söhnen. Am 2. Februar 2008 ehelichte er die italienisch-französische Sängerin Carla Bruni.













