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Zuletzt aktualisiert: 07.03.2007 um 14:22 Uhr

Ewald Stadler im Porträt

Die Politkarriere Stadlers begann in seiner Heimatgemeinde Mäder in Vorarlberg, wo er sich im zarten Alter von 24 in der Gemeindepolitik zu engagieren begann.

Ewald Stadler

Foto © APAEwald Stadler

Wortgewaltig war er schon in jungen Jahren und als streng Konservativer ein fast skurril anmutender Gegenpol zu Landesparteiobmann und Partylöwe Hubert Gorbach. Das Klima war wenig überraschend schnell vergiftet, Gorbach lobte Stadler weg nach Wien, wo der studierte Jurist nach der Nationalratswahl 1994 als Abgeordneter ins Parlament einzog. Auch dort wollte man auf seine Wortgewalt rasch nicht mehr verzichten. Im Jänner 1996 wurde er an der Seite Jörg Haiders zum geschäftsführenden Klubchef - und schon war der Spitzname "Dobermann" geboren, der Stadler bis heute begleitet.

NS-Äußerungen. Nach der schwarz-blauen Wende im Jahr 2000 gefiel sich Stadler dann als scharfzüngiger Kritiker der damaligen FPÖ-Führung um Susanne Riess-Passer. Um ihn ruhig zu stellen, verschaffte ihm die damalige Vizekanzlerin einen Job in der Volksanwaltschaft. Das war nicht unumstritten, denn Stadler, der Mitglied der akademischen Sängerschaft Skalden ist, hatte mit umstrittenen Äußerungen zur NS-Zeit immer wieder für Aufsehen gesorgt. Am auffälligsten in diesem Bereich war wohl seine Aussage, wonach Österreich 1945 nur "angeblich" vom Faschismus befreit worden sei. Damals war Stadler noch großer Haider-Fan, was sich etwa darin manifestierte, dass er Mit-Begründer des "Club Jörg" wurde.

Foto

Foto © APA

Foto vergrößernAlte Zeiten: Strache und StadlerFoto © APA

Freund und Feind. Doch auch im Haider-Lager wusste man mittlerweile, dass mit Stadler nicht gut Kirschen essen ist. Als der Rechtsausleger Stellvertreter der damaligen Parteiobfrau Ursula Haubner werden wollte, wurde dies mit aller Gewalt verhindert. Als das BZÖ von dannen zog - unter anderem mit Verweis auf "Ewiggestrige" wie eben Stadler - war der Angesprochene gleich wieder dick da und enger Verbündeter Straches. Keiner konnte verächtlicher herziehen über die orangen Ex-Freunde als er, der Gefolgschaft gefiel's fürs Erste. Im Vorjahr kandidierte er bei der Nationalratswahl mit dem Wunsch, wieder den Sessel des Klubobmanns zu erklimmen. Daraus wurde nichts, Strache machte es selbst und hatte einen neuen Feind gewonnen. Der Machtkampf begann.

Wie geht es weiter?

Im Parlament bleibt Stadler noch und da kann er wohl noch für einige Zeit einem seiner derzeitigen Lieblingshobbys nachgehen, im U-Ausschuss auf Eurofighter-Jagd zu gehen.

Strache-Fotos. Stadler wurde als Akademie-Chef vom FPÖ-Chef demontiert, schwups tauchten nur wenige Wochen danach "zufällig" Fotos aus Straches Jugendzeiten auf, die den Parteichef bei militärisch anmutenden "Waldspielen" zeigten. Stadler will die Fotos nur bekommen und an den blauen Bürgeranwalt Hilmar Kabas weitergeleitet haben. Nach Straches Waldspielen waren plötzlich ein wenig skurrile Fotos in Medien zu sehen, die Stadler in einer Kutte des erzkonservativen Mercedarier-Ordens zeigten. Eine scheinbare Art Versöhnung auf Vermittlung des EU-Abgeordneten Andreas Mölzer gab es noch. Nun ist es offenbar wirklich Schluss mit lustig. Stadler muss gehen, zumindest aus der Partei.


Fakten

Ewald Stadler (* 21. Mai 1961 in Mäder, Vorarlberg) wird wird sowohl zum soge-
nannten "deutschna-
tionalen" Flügel
der FPÖ gerechnet, gilt aber andererseits auch als Proponent (in der FPÖ zuvor eher selten vertretenen) konservativ-katholischer Ansichten.

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