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    Zuletzt aktualisiert: 05.12.2013 um 08:26 UhrKommentare

    Centre for Global Dialogue ohne Bill Clinton

    Foto © APA

    Aus dem gemeinsamen Auftritt von Ex-Präsident Bill Clinton und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso am Mittwochabend in Wien ist nichts geworden: Der frühere US-Präsident sagte kurz vor Beginn der Gala-Veranstaltung des „Center for Global Dialogue and Cooperation“ (CGDC) ohne Angabe von Gründen ab. Barroso wurde in Wien mit dem „CGDC Award 2013“ ausgezeichnet.

    In seiner Dankesrede rief er die Europäer zur Solidarität in der Krise auf. „Die Krise hat uns gezeigt, wie sehr wir voneinander abhängig sind“, erklärte der Präsident der Europäischen Kommission, der den Preis aus den Händen des früheren bulgarischen Staatschefs und GCDC-Präsidenten Petar Stojanow entgegen nahm. Er fügte hinzu: „Wir haben die Lektionen der Interdependenz gelernt.“ In Anspielung auf das „Center for Dialogue“, das sich auf der Tagung mit den Herausforderungen und Lösungsansätzen in der globalen Krise befasste, hob Barroso die Bedeutung des Dialogs angesichts der Globalisierung hervor. Dialog bedeute, dass beide Seiten zuhören sollen, auch bei unterschiedlichen Interessen.

    Barroso verwies auch auf die Diversität innerhalb der Europäischen Gemeinschaft, die 24 offizielle Sprachen und eine Vielzahl von Minderheiten in den Reihen ihrer 28 Mitglieder vereine. Die Union – „ein erfolgreiches Laboratorium“ - ziele darauf ab, ihre Komplexität in Stabilität umzuwandeln. Wichtig sei aber auch, die Beziehungen zu Staaten zu entwickeln, die nicht der EU angehören. Der Kommissionspräsident schloss mit den Worten: „Wir haben eine gemeinsame Verantwortung. Mit Solidarität und Verantwortungsgefühl können wir die Globalisierung bewältigen.“

    Barroso erhielt die Auszeichnung für die Förderung des Dialogs zwischen den Völkern. Der Award für Interkulturellen Dialog wurde von Wesley Clark, dem früheren NATO-Oberkommandierenden in Europa, dem russischen Tycoon und Chef von RussNeft, Mikhail S. Gutsierew, überreicht. Der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew wurde in Abwesenheit ebenfalls ausgezeichnet, und zwar für seine Bemühungen um die Marktwirtschaft und den interreligiösen Dialog in dem zentralasiatischen Großstaat.

    Aber auch in einer ganz anderen Sparte wurde im prächtigen Rahmen des Gartenpalais Liechtenstein ein „CGDC Award 2013“ verliehen. Extremsportler Felix Baumgartner wurde für seinen Stratosphären-Sprung im Oktober 2012 geehrt, der ihm zu Weltruhm verhalf. Es sei ihm erst hinterher bewusst geworden, dass ihm 2,1 Milliarden Menschen bei seinem Sprung zuschauten, sagte Baumgartner. Die Trophäe überreichte ihm Hollywood-Schauspieler Rick Yune, der 2002 in einem James-Bond-Film mitwirkte.

    Rätselraten herrschte am Abend unter den Gästen über das plötzliche Fernbleiben Clintons, der mit Barroso über globale Themen und Lösungsansätze diskutieren sollte. Nach fast einer Stunde des Wartens entschuldigte Wesley Clark den Stargast: „Bill Clinton war leider nicht der Lage, sein Versprechen zu erfüllen." Die Diskussion entfiel. Die US-Botschaft in Wien bestätigte später auf Anfrage, dass der Ex-US-Präsident in die Bundeshauptstadt gekommen sei. Offenbar sollte er auch mit der US-Botschafterin Alexa Wesner zusammentreffen.

    Aus eingeweihten Kreisen verlautete am späteren Abend, Clinton sei bereits in der Früh in Wien eingetroffen und am Abend wieder Richtung USA abgeflogen. Fest steht, dass ein Sicherheits-Vorbereitungsteam noch am Dienstag die Schauplätze in Wien für Clintons Aufenthalt gecheckt hat. Es wurde auch nicht ausgeschlossen, dass der prominente Ex-Präsident, der für seine Stiftung weltweit unterwegs ist, in Wien einen Charity-Termin wahrgenommen hat.

    Die CGDC wurde vor drei Jahren als Nicht-Regierungsorganisation gegründet, die Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Kultur zusammenführt, um kreative Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten. Initiator und Präsident ist Bulgariens Ex-Premier Stojanow. Zu den Gründungsmitgliedern gehören auch der frühere Verteidigungsminister Werner Fasslabend und der ehemalige Europarats-Generalsekretär Walter Schwimmer.

    Quelle: APA

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