"Das ist sicher eine Art von Geschenkannahme"
Kampf gegen Korruption. Nagl will externe Experten in Disziplinarkommission: "Sonst verhindern Beamte weiter Entlassungen von Kollegen."
Die Verdachtsfälle von Korruption im Grazer Magistrat bewirken einen Dammbruch. Die Kleine Zeitung ist mit einer Flut an Hinweisen über Ungeheuerlichkeiten in der Baubehörde konfrontiert. "Das Bauamt, ja die ganze Branche ist hochnervös", so ein Grazer Planer.
Blauäugig. Ein Zustand, den Bürgermeister Siegfried Nagl - trotz Negativschlagzeilen - begrüßt: "Sie sollten auch nervös sein. Jetzt schauen wir noch genauer hin." Zu allererst richte sich der prüfende Blick auf alle Bauverfahren jenes Beamten, der mit Sponsoren aus der Baubranche auf Segelregatta ging. Denn eines ist Nagl klar: "Vielleicht ist das blauäugig geschehen. Aber wenn man sich das Segeln von Baufirmen finanzieren lässt, ist das sicher eine Art von Geschenkannahme."
Entlassung erleichtern. Als Konsequenz droht dem Skipper zumindest ein Disziplinarverfahren. Und da zieht Nagl nun andere Saiten auf: "Ich will die Disziplinarkommission reformieren. Künftig sollen externe Experten, etwa pensionierte Richter, den Vorsitz führen. Es ist unerträglich, dass nur Magistratsbeamte im eigenen Saft über Sanktionen für gegen Kollegen abstimmen." Ändern will er mit Hilfe der anderen Parteien auch das Einstimmigkeitsprinzip: "Bisher sind notwendige Entlassungen verhindert worden, weil ein einziges Mitglied dagegen gestimmt hat. Wir brauchen die Möglichkeit von Mehrheitsbeschlüssen"
Viel zu besprechen. Der Bürgermeister wird sich Anfang nächster Woche mit dem Leiter der Staatsanwaltschaft Peter Gruber besprechen: "Wir haben genügend zu diskutieren."













