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    Zuletzt aktualisiert: 05.03.2013 um 22:42 UhrKommentare

    "Du bekommst mehr fürs Geld"

    Es scheint paradox: In Europa schwelt die Schuldenkrise weiter, in den USA muss die Regierung zwangsweise sparen - und die Aktienkurse an der Wall Street gehen durch die Decke. Warum bloß steigt der Dow Jones auf ein Rekordhoch?

    Hochbetrieb an der Wall Street: Es gibt viel zu verdienen

    Foto © APHochbetrieb an der Wall Street: Es gibt viel zu verdienen

    Anleger in aller Welt lieben Warren Buffett für seine einfachen Worte. Als die Investorenlegende zu Wochenbeginn beim US-Wirtschaftssender CNBC vor der Kamera steht, geht es natürlich auch um die US-Aktienmärkte, die auf Rekordstände zulaufen. "Macht Sie das nervös?" will Moderatorin Becky Quick vom Altmeister wissen. Klar sei es ihm lieber, etwas für 80 Dollar zu kaufen als für 100 Dollar, entgegnet Buffett. "Aber wenn Sie mich fragen, ob Aktien günstiger sind als andere Formen der Geldanlage, dann ist die Antwort aus meiner Sicht ja."

    Es ist eine simple Erklärung für das, was am Dienstag an der Wall Street passiert ist: Der US-Börsenindex Dow Jones, in dem 30 der größten Konzerne des Landes versammelt sind, erreicht ein neues Allzeithoch. Dabei ist in Europa die Schuldenkrise noch längst nicht ausgestanden. Und in Washington können sich die Parteien auf keinen Haushaltskompromiss einigen, weshalb im öffentlichen Dienst nun großflächig gespart werden muss. Das ist eigentlich keine ideale Mischung für neue Börsenrekorde.

    Doch die Anleger scheinen die Risiken auszublenden und kaufen auch an diesem Morgen in New York wie verrückt Anteilsscheine an US-Firmen, egal ob es der Computerbauer Hewlett-Packard ist (plus 2 Prozent), die Großbank JPMorgan Chase (plus 2 Prozent) oder Supermarkt-Gigant Wal-Mart (plus 1 Prozent).

    Keine Alternativen

    Sicherlich, sagt Buffett, Aktien seien nicht mehr so günstig zu haben wie vor vier Jahren, als der Dow Jones in der Wirtschaftskrise gerade mal halb so hoch stand wie derzeit. Für den deutschen Leitindex Dax gilt im Grunde das gleiche. Aber verglichen mit anderen Anlageformen "bekommst Du mehr fürs Geld", begründet der 82-Jährige seine Vorliebe für Aktien. Er rät den Zuschauern deshalb, weder Farmland zu kaufen noch bei einer Immobiliengesellschaft einzusteigen. "Das dümmste Investment, aus meiner Sicht, ist eine lang laufende Staatsanleihe."

    Was Buffett klarmacht: Es fehlt Anlegern schlicht an Alternativen. Weil die Notenbanken rund um den Globus die Zinssätze nahe Null gedrückt haben, wirft das Sparbuch schon lange nichts mehr ab. Auch Anleihen, mit denen Unternehmen oder Staaten am Kapitalmarkt frisches Geld aufnehmen, versprechen den Investoren nur noch mickrige Erträge. Dann lieber Aktien - trotz aller wirtschaftlicher Unsicherheiten, vor denen auch amerikanische Konzernchefs immer wieder warnen.

    Aufgeputscht

    In den Geschäftszahlen spiegelt sich diese Unsicherheit aber nur bedingt. Im Gegenteil: Große US-Konzerne haben im vergangenen Jahr reihenweise Rekordgewinne eingefahren. "Viele Unternehmen in den USA verfügen über eine starke Bilanz", sagt Stephen Thornber vom Vermögensverwalter Threadneedle. Das liegt zum einen daran, dass die Nachfrage angezogen hat (bestes Beispiel ist die US-Autoindustrie), zum anderen aber auch an den Einsparungen der Konzerne während der Wirtschaftskrise, die sich heute auszahlen. Hohe Gewinne wiederum machen die Aktien attraktiv.

    Dass die US-Wirtschaft sich in nächster Zeit merklich abkühlt, gilt trotz des Hickhacks in Washington als eher unwahrscheinlich - vor allem weil die Notenbank Fed mit ihrer lockeren Geldpolitik die Märkte regelrecht aufputscht. "Die Federal Reserve wird alles in ihrer Macht stehende tun, um die Erholung zu unterstützen", hatte ihr Chef Ben Bernanke im März 2009 versprochen. Es sei sicherlich kein Zufall gewesen, dass die Kurse nach dieser Aussage wieder gestiegen seien, merkte die "New York Times" am Dienstag an.

    Daniel Schnettler/dpa

    Hintergrund

    Der US-Aktienindex Dow Jones ist auf ein Allzeithoch geklettert. Das Börsenbarometer lag am Dienstag zu Handelsbeginn an der Wall Street in New York bei mehr als 14.220 Punkten.

    Die bisherige Höchstmarke von 14.198,10 Punkten hatte der Dow Jones vor der Finanz- und Wirtschaftskrise am 11. Oktober 2007 erreicht. Der Höhenflug folgt auf die Veröffentlichung einer Reihe von positiven Wirtschaftszahlen in der vergangenen Woche, unter anderem vom US-Häusermarkt. Außerdem beflügelt die extrem lockere Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve die Anleger.

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