Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 15. September 2014 11:28 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Regierung will IS-Symbole verbieten Vorarlbergs Spitzenkandidaten diskutierten im TV Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Politik Nächster Artikel Regierung will IS-Symbole verbieten Vorarlbergs Spitzenkandidaten diskutierten im TV
    Zuletzt aktualisiert: 05.03.2013 um 17:50 UhrKommentare

    Schüttel, was du hasst

    Eigentlich geht es nur um dreißig Sekunden Kontrollverlust: Doch der Harlem Shake, Internet-Hype der Stunde, wird politisch. In Ägypten protestieren Oppositionelle tanzend gegen die verhassten Muslimbrüder. Doch die tanzen nun zurück – und stolpern über den Shake.

    Harlem Shake vor der Zentrale der Muslimbrüder in Kairo: "Die Menschen sollen mitmachen"

    Foto © APAHarlem Shake vor der Zentrale der Muslimbrüder in Kairo: "Die Menschen sollen mitmachen"

    Sogar das Kamel tanzt mit. Anfangs schreitet es noch gemächlich durch die Wüste, die Pyramiden schimmern im Hintergrund. Dann ändert sich die Musik, der Beat setzt ein und – ja, neu ist es auch nicht mehr. Nur der Harlem Shake, millionenfach angeklickter und tausendfach nachgeahmter Internet-Hype der Stunde. Dreißig Sekunden gespielt spontaner Kontrollverlust, Musik für Internet-User, ergo: Menschen mit vermeintlich kurzer Aufmerksamkeitsspanne.

    Doch dieses Video ist anders. Es ist eines der ersten aus Ägypten, wo der Harlem Shake gerade zur Melodie des Widerstands wird. Im nordafrikanischen Raum hat der humorvolle Spasmus nur langsam Anhänger gefunden – zu groß schien die Gefahr, tanzend zum Hassobjekt islamistischer Musik-Statiker zu werden. Im verhältnismäßig liberalen Tunesien wurden Harlem-Shaker mehrmals öffentlich angegriffen – von politisch im Aufschwung befindlichen Salafisten, denen die zappelnden Bewegungen unzüchtig erschienen. Sogar der Bildungsminister schaltete sich ein und drohte tanzenden Schülern und deren Lehren ob der "angespannten Lage" mit Verweisen und Strafen.

    Seltsame Reaktion

    Letzte Woche gelang Oppositionellen in Kairo die Politisierung – in Form einer rosafarbenen Micky Maus. Sie leitete einen Harlem Shake vor der Zentrale der Muslimbrüder rund um Präsident Mohammed Mursi ein. "Wir wollen, dass die Menschen mitmachen", sagte einer der knapp hundert Demonstranten, "Proteste und Demos funktionieren nicht mehr". Das Video wurde zum YouTube-Hit, in- und außerhalb Ägyptens.

    Die Reaktion der Muslimbrüder fiel unerwartet aus. Ein übergewichtiger Mann wabbelt in einer Video-Reaktion ebenfalls den Harlem Shake und trägt dabei, wie seine Mitstreiter, eine Maske mit dem Konterfei eines bekannten Oppositionellen. In den Reihen der konservativen Bruderschaft dürfte das Video für Aufregung gesorgt haben: Mehrfach versuchten sie, es aus dem Netz zu löschen. Bislang tauchte es jedes Mal binnen weniger Minuten wieder auf YouTube & Co auf. Von wegen kurzer Aufmerksamkeitsspanne – der Harlem Shake dürfte als politisches Instrument gerade erst zum Tanz gebeten haben.

    Harlem Shake vor Zentrale der Muslimbrüder.

    Seltsame Reaktion: Tanzende Muslimbrüder.

    SEBASTIAN KRAUSE

    Gekündigt

    Das "Harlem Shake"-Dance-Fieber hat in Australien fünfzehn Bergleute ihren Job gekostet.

    Die Männer hatten vor zwei Wochen aus Spaß bei einer Nachtschicht unter Tage 30 Sekunden lang wild getanzt, sich dabei gefilmt und das Stück auf Youtube hochgeladen, wo es enormen Anklang fand.

    Ihr Arbeitgeber Barminco fand die Tanzeinlage aber gar nicht witzig und feuerte die Männer. Sie hätten die Sicherheitsstandards verletzt, zitierte die Zeitung "West Australian" aus dem Entlassungsschreiben.

    Hintergrund

    Erst war es der "Gangnam-Style", nun rollt seit Wochen der "Harlem Shake"-Dance als Youtube-Phänomen rund um den Globus. Menschen filmen sich in oft schrägen Kostümen oder auch nackt beim wilden Wackeln mit dem Oberkörper.

    Mehr Politik

    Mehr aus dem Web

      KLEINE.tv

      Merkel verurteilt Angriffe auf Juden

      Vor Tausenden Teilnehmern stärkte sie der jüdischen Gemeinschaft in Deut...Noch nicht bewertet

       

      Politik im Bild

      Die Grünen: Auftakt in Judendorf-Straßengel 

      Die Grünen: Auftakt in Judendorf-Straßengel

       

      100 Jahre Erster Weltkrieg

      Eine Reise an Orte, die bis heute vom Krieg gezeichnet sind. Elf illustrierte Reportagen auf 285 Seiten. Das neue Buch der Kleinen Zeitung ist ab sofort im Online-Shop erhältlich.

       


      Steirische Strukturreform

      APA

      Die Landesspitze baut die Gemeindestruktur massiv um. Im Jahr 2015 soll es von den derzeit 539 nur mehr 285 Gemeinden geben.

      Griechenland in der Krise



      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!