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    Zuletzt aktualisiert: 14.02.2013 um 17:24 UhrKommentare

    "Substitutionstherapie sollte ausgebaut werden"

    Das von Innenministerium Johanna Mikl-Leitner geforderte Ende der Substitutionsbehandlung sorgt nicht nur unter Experten für einen Sturm der Entrüstung. Kritik gibt es höchstens an den jeweiligen Ersatzstoffen.

    Foto © APA

    Nachdem Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die Abkehr von der Substitutionsbehandlung angekündigt hat, regt sich massive Kritik: Für eine Politik "auf dem Rücken kranker Menschen" sei er nicht zu haben, sagte Gesundheitsminister Alois Stöger: "Suchtkranke gehören zum Arzt, nicht zur Polizei." Stöger weiter: "Die Substitutionstherapie ist ein Jahrzehnte langer parteiübergreifender Konsens. Sowohl gesundheitspolitisch Verantwortliche als auch die Fachwelt befürworten ein Weiterführen des Wegs", sagte der Minister zur Austria Presse Agentur.

    Kritik nur an den Substanzen

    Auch der Strafvollzug will das bestehende Substitutionsprogramm unter allen Umständen beibehalten. Vollzugsdirektor Peter Prechtl erteilt dem Vorstoß von Innenministerin Mikl-Leitner eine deutliche Absage. "Ich sehe für den Strafvollzug keinen Bedarf, unser Verhalten zu ändern." Wird bei Insassen von Justizanstalten eine Suchtmittelabhängigkeit festgestellt, durchlaufen sie unter psychiatrischer Aufsicht eine Drogenersatz-Therapie. "Das funktioniert bei uns sehr gut und ist ein wesentliches Mittel für die spätere Resozialisierung. Ich halte das für eine Notwendigkeit", betonte Prechtl. Allerdings möchte der Vollzugsdirektor mittelfristig das Substitutionsprogramm insofern vereinheitlichen, als zukünftig nur mehr Methadon als Ersatzstoff angeboten werden soll. Derzeit sind in Österreich auch Buprenorphin und retardierte Morphine zur Erhaltungstherapie zugelassen.

    "Wahlkampfgeplänkel"

    Für den Leiter des Instituts für Suchtprävention in Linz, Christoph Lagemann, würde die Abkehr von der Drogenersatztherapie einen "massiven Rückschritt" bedeuten. "Aus sachlicher Sicht ist das völlig haarsträubend", sagte er im Gespräch mit der APA. Es handle sich beim Substitutionsprogramm um eine wichtige gesellschaftspolitische Maßnahme, die "vielen Krankheiten und Verelendung" im Suchtgiftmilieu entgegenwirke. Welche Alternativen sich Mikl-Leitner mit ihrem Vorschlag "weg von einer Substitutionsbehandlung hin zu einer früher greifenden Therapie" vorstelle, sei ihm schleierhaft. Lagemann hält die Diskussion für Wahlkampfgeplänkel, bei dem nur zu hoffen sei, "dass unsere Jugend den Wahlkampf gut übersteht".

    "Es gibt überhaupt keine Grund dafür, die Drogensubstitutionstherapie zu reduzieren. Ganz im Gegenteil, man sollte sie in Österreich ausbauen. In Wien haben wir eine Deckungsquote von 75 Prozent bei den infrage kommenden Patienten. Österreichweit liegt sie bei maximal 50 Prozent, zum Teil deutlich darunter", sagte am Donnerstag der Wiener Arzt und Drogenexperte Hans Haltmayer (Ambulatorium der Suchthilfe Wien), auch Referent für Substitution und Drogentherapie in der Wiener Ärztekammer, gegenüber der APA. Haltmayer fasste seine Erfahrungen und die Erfahrungen seiner Institution so zusammen: "Wir haben jeden Tag Erfolgserlebnisse. Patienten kommen vom kriminellen Drogenmarkt weg. Sie kommen in ein Betreuungsverhältnis. Man kann eine ganz normale Gesundenuntersuchung durchführen. Sie können wieder einen fixen Wohnplatz und soziale Hilfe bekommen. Sie können wieder ein Teil der Gesellschaft werden."


    Fakten

    "Helfen statt strafen", heißt die Devise. Medizinische Behandlung und Betreuung sowie soziale Stabilisierung ist das Ziel: Die aktuelle Debatte rund um die Drogensubstitution von Menschen mit problematischem Opiat-Konsum fällt in ein quasi-rundes Jubiläum. Die Drogensubstitution gibt es in Österreich seit ziemlich exakt 25 Jahren.

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