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    Zuletzt aktualisiert: 01.02.2013 um 12:09 UhrKommentare

    Debatte um Scheuch-Brief an toten Jörg Haider

    Ein als Brief an den verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider formulierte Wahlwerbung der FPK sorgt für Aufregung. Parteichef Kurt Scheuch pries darin die vermeintlichen Errungenschaften seiner eigenen Partei an.

    FPK-Chef Kurt Scheuch

    Foto © KLZ/TraussnigFPK-Chef Kurt Scheuch

    Abgedruckt wurde der Beitrag im FPK-Parteiblatt "Kärntner Nachrichten" Mitte Jänner (Ausgabe drei). Am Donnerstag beschwerte sich BZÖ-Chef Josef Bucher in einer Aussendung über die "widerliche Anbiederung von Haider-Verrätern an den Verratenen". In der "Kleinen Zeitung" (Freitagausgabe) wehrte sich die BZÖ-Abgeordnete Ursula Haubner gegen die "völlig unangemessene Vereinnahmung" ihres Bruders.

    Scheuch erinnert sich in dem Brief an Bergtouren mit Jörg Haider und gemeinsame Träume. "Wir haben von einem freien Land geträumt! Von freien Menschen, die ohne Druck und ohne Zwang von Parteien leben (...)." Dann preist der FPK-Chef vermeintliche Errungenschaften: "Die Arbeitslosigkeit liegt, gottlob, deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt." (Anm.: Dieser Satz widerspricht den Zahlen des Arbeitsmarktservice. Die Arbeitslosenquote 2012 betrug in Österreich durchschnittlich sieben Prozent, in Kärnten 9,1 Prozent.) Scheuch schloss den "Brief" mit: Gerhard, Harald, Christian und ich werden weiter arbeiten. (Anm.: Gemeint sind die FPK-Regierungsmitglieder Dörfler, Dobernig sowie Ragger) (...) Wir passen auf Dein Kärnten auf, mein Freund - der uns so fehlt!"

    In der Kärntner Medienlandschaft wurde der Brief vom Kulturchef der "Kärntner Tageszeitung", Bertram Karl Steiner, aufgegriffen - in Form einer satirischen Antwort des Verstorbenen aus dem Jenseits. Darin entzieht Haider, der nun im Purgatorium (Fegefeuer, Anm.) schmort, Scheuch prompt das vertrauliche "Du" und teilt aus: "Seien wir doch ehrlich, Herr Scheuch, wir waren damals (...) 'so frei', uns das ganze Land Kärnten unter den Nagel zu reißen. (...)ich bereue den Schaden den 'wir' 'unserem' Kärnten mit den Affären um die Hypo-Bank zufügten, indem wir sie als 'unsere' Privatbank verstanden und daher ausnahmen wie eine Mastgans." Und der Verstorbene schließt seine Antwort mit: "Ihr Schreiben ist übrigens voller Schmalzflecken. Hiermit stelle ich unsere Korrespondenz ein."

    Quelle: APA

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