Iran startet Repressionsoffensive
Im Iran hat in dieser Woche eine neuerliche Offensive der Sittenwächter begonnen. Pünktlich zu den Feierlichkeiten zum 34. Jahrestag der Islamischen Revolution und vier Monate vor der Präsidentschaftswahl soll die Gesellschaft stärker islamisiert und jeglicher etwaiger Widerstand gegen das Establishment im Keim erstickt werden.
Den Beginn der neuerlichen Repressionswelle machte die Verhaftung von rund 20 Journalisten wegen "Verbrüderung mit dem Feind und westlicher Propaganda". Zwar sind laut staatlichen iranischen Medien mittlerweile mehrere der Inhaftierten wieder freigelassen worden, doch die meisten befinden sich nach wie vor in Gefängnissen wie dem berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran.
Das Internet wurde zudem im ganzen Land verlangsamt, Satellitenschüsseln, mit deren Hilfe man westliche Sender empfangen kann, von Dächern abmontiert und einige "zu westliche Webseiten" vom Netz verbannt.
Weiters sieht man auch wieder verstärkt Frauen mit grimmigem Blick, schwarzem Tschador und schroffem Umgangston auf den Straßen: Es sind dies die Hüterinnen der Zensur- und Sittenbehörde, die in dieser Woche wieder an mehreren Hauptverkehrsknotenpunkten der iranischen Hauptstadt Frauen verwarnt, verhaftet oder bestraft haben, die sich nicht an den vorgeschriebenen Sittenkodex halten.
Ihre männlichen Kollegen von den paramilitärischen Bassij-Milizen und der Teheraner Polizei gehen verstärkt gegen Frauen und junge Männer vor, die gegen die strengen islamischen Bekleidungsvorschriften des Gottesstaates verstoßen.
Schon seit Beginn der Islamischen Revolution 1979 gelten sehr strenge Bekleidungs- und Verhaltensvorschriften. In den 1990er Jahren entspannte sich dann die Situation, nun soll aber die Re-Islamisierung der Gesellschaft nach dem Willen der Führung voranschreiten.













