Chronologie: Unabhängigkeit blutig erkämpft
1890 - Nach Jahrhunderten als annektiertes Gebiet des Osmanischen Reiches wird Eritrea italienische Kolonie.
1941 - Die Briten besetzen Eritrea im Zweiten Weltkrieg.
1952 - UNO-Beschluss: Eritrea wird Teil eines Staatenbunds mit Äthiopien. Dies sollte ein Kompromiss zwischen äthiopischen Ansprüchen und Unabhängigkeitsforderungen in Eritrea sein.
1962 - Äthiopien unter Kaiser Haile Selassie annektiert Eritrea und macht es zu einer Provinz. Ein 32 Jahre langer Widerstandskampf beginnt, angeführt von der Eritreischen Volksbefreiungsfront.
1991 - Die Volksbefreiungsfront nimmt die Hauptstadt Asmara ein und bildet eine vorläufige Regierung; befreundete Rebellen stürzen den kommunistischen Diktator Mengistu Haile Mariam in Addis Abeba.
1993 - Die eritreische Bevölkerung spricht sich in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für die Unabhängigkeit aus. Äthiopien wird vom Meer und Häfen abgetrennt.
1998-2000 - Kämpfe an der umstrittenen Grenze zwischen Eritrea und Äthiopien wachsen sich zu einem Krieg mit Zehntausenden Toten aus. Nach einem Friedensplan unter Einbeziehung der UNO samt Blauhelmen bleibt die Lage bis heute fragil.
2005 - Wegen Dürre mehr als 800.000 Menschen auf internationale Hilfe angewiesen. Eine internationale Kommission gibt Eritrea die Schuld am Kriegsausbruch 1998: Der Angriff auf Äthiopien sei keine Selbstverteidigung gewesen.
2007 - Weibliche Genitalverstümmelung verboten. Die USA erwägen Eritrea auf die Liste der "Schurkenstaaten" zu setzen, die den Terror unterstützen.
2008 - Kämpfe an der Grenze mit Dschibuti. Die UNO-Mission in Eritrea und Äthiopien (UNMEE) wird beendet, nachdem Eritrea sie durch Einschränkungen unmöglich gemacht hat.
2009 - Schwere Menschenrechtsvorwürfe gegen die eritreische Regierung. Human Rights Watch spricht von dem Land als "Riesen-Gefängnis". Die UNO verhängt Sanktionen gegen Eritrea wegen Unterstützung islamistischer Rebellen in Somalia, während Äthiopien die somalische Übergangsregierung unterstützt.
2010 - Der Think Tank International Crisis Group warnt, Eritrea könnte zu einem "failed state" werden. Die Wirtschaft liegt darnieder. Oppositionelle Gruppen bilden ein Exil-Parlament in Äthiopien.
2011 - Äthiopien räumt die Unterstützung von eritreischen Rebellen zum Sturz des eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki ein. UNO-Sanktionen wegen Somalia verschärft. Laut UNO-Bericht steckt Eritrea hinter einer Verschwörung, den Gipfel der Afrikanischen Union anzugreifen. Schwere Dürre.
2012 - Afewerki monatelang von der Bildfläche verschwunden - Gerüchte über Erkrankung. Der UNO-Menschenrechtsrat ernennt einen eigenen Sonderberichterstatter zur Beobachtung der Menschenrechtslage in Eritrea.












