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    Zuletzt aktualisiert: 14.01.2013 um 22:58 UhrKommentare

    Drogenbosse, Söldner, Gotteskrieger

    Sie schwören Frankreich blutige Rache und langen Krieg? Wer sind die Aufständischen im westafrikanischen Mali, gegen die Frankreich mit Kampfflugzeugen in den Krieg zieht?

    Foto © AP

    Noch hofft Frankreich auf eine kurze Mission in seiner einstigen Kolonie. Doch ob der Einsatz in Mali wirklich nur einige Wochen dauert, wie Präsident François Hollande verspricht, ist ungewiss. Bei einer Gegenoffensive haben die islamistischen Rebellen nun die Stadt Diabali nördlich der Hauptstadt Bamako erobert. Amerika und eine Reihe von EU-Staaten, darunter Dänemark, Großbritannien und Deutschland, sicherten Frankreich ihre Hilfe zu. Auch der UN-Sicherheitsrat befasste sich gestern mit dem Konflikt.

    An Geld, um gute Kriegsausrüstung zu besorgen, mangelt es den Islamisten, die den Norden Malis beherrschen, indes kaum. Sie haben Millionen von Dollar in der Kriegskasse, die sie mit kriminellen Geschäften in der Sahara verdienen: etwa Drogenschmuggel Richtung Mittelmeerküste. Oder Menschenhandel mit afrikanischen Flüchtlingen, die nach Europa wollen und die sie durch die Wüste schleusen. Vor allem aber mit Entführungen von Touristen machten die Islamisten jahrelang Schlagzeilen, für deren Freilassung sie in den letzten Jahren rund 100 Millionen Dollar an Lösegeld erpressten.

    Tausende Islamisten aus Nordmali, vor allem Angehörige des Tuareg-Nomadenvolkes, kämpften als Söldner auf Seiten von Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi und plünderten nach dessen Sturz libysche Waffendepots.

    Terrornetzwerk

    Die Islamisten formen ein gut organisiertes Wüsten-Netzwerk von mehreren Gruppen, unter denen die Extremistenbewegung "Al Kaida im islamischen Maghreb" (AQMI) den Ton angibt. Als deren Anführer gilt der Algerier Abdel Malek Droukdel.

    Den Kern der Gruppe, die ihre Basis im Norden Malis hat, bilden Fundamentalisten aus Algerien, Mauretanien und Mali. Mit wachsender Popularität der Gruppe, die einen Gottesstaat in Mali propagiert, kamen immer mehr Dschihadisten aus anderen Ländern dazu. Heute wird die Stärke des Al-Kaida-Ablegers auf mehrere Tausend Kämpfer geschätzt.

    In Geheimdienstkreisen kursiert die Ansicht, dass die Terrorbewegung in Nordmali nur aufblühen konnte, weil sie von Ex- Staatschef Amadou Toumani Touré geduldet wurde. Man sagt, der Präsidentenpalast habe an den Lösegeldzahlungen mitverdient. Touré war im Vorjahr vom Militär entmachtet worden, weil er nichts gegen den Vormarsch der Islamisten unternahm.

    Auch eine weitere Islamisten-Gruppe war mit Touré verbändelt: Die Bewegung Ansar Dine (Verteidiger des Glaubens) formierte sich aus radikalen Tuareg-Nomaden vom Stamm der Ifoghas. Ihr Chef ist der legendäre Emir Iyad Ag Ghali, der gerne als Vermittler bei den Geiseldramen auftrat und dabei abkassierte. Er macht inzwischen offen mit den Terror-Extremisten von AQMI gemeinsame Sache und setzt mit aller Härte das islamische Scharia-Recht in Nordmali durch.

    Die dritte bedeutende Islamistenfront formiert sich aus der "Dschihad-Bewegung Westafrikas" (Mujao). Die drei religiösen Islamistengruppen Mujao, Ansar Dine und AQMI mit zusammen weit mehr als 6000 Kämpfern haben eine weitere große Tuareg-Bewegung, die säkulare Befreiungsbewegung MNLA, aus Nordmali vertrieben, die für einen Tuareg-Staat gekämpft hatte.

    Steinzeit-Islamisten

    Im Frühjahr 2012 hatten die islamistischen Rebellen den großen Norden Malis erobert und für unabhängig erklärt. Seitdem terrorisieren Islamistentrupps die Bevölkerung, zerstörten Kulturstätten, setzten gewaltsam das Scharia-Recht durch. Der UN-Menschenrechtsbeauftragte Ivan Simonovic beklagte Steinigungen "Ungläubiger", schwere Misshandlung von Frauen, die Rekrutierung von "Kindersoldaten", willkürliche Erschießungen. Der Internationale Gerichtshof ermittelt bereits wegen Menschenrechtsverbrechen.

    RALPH SCHULZE

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