Kuba: Neues Reisefreiheit-Gesetz in Kraft getreten
In Kuba ist am Montag das neue Gesetz zur Reisefreiheit in Kraft getreten, das den Bürgern des kommunistischen Inselstaates erstmals seit einem halben Jahrhundert Auslandsbesuche ohne Sondergenehmigung erlaubt. Fortan dürfen alle Kubaner über 18 Jahre mit wenigen Ausnahmen wie Spitzensportler und Hochqualifizierte ohne besondere vorherige Erlaubnis ins Ausland reisen.
Auch Minderjährige können mit Genehmigung ihres Vormunds die Insel verlassen. Die Reform war von Präsident Raúl Castro Mitte Oktober angekündigt worden, sie trat nun um 00.00 Uhr Ortszeit (06.00 Uhr MEZ) in Kraft.
Bisher mussten Kubaner für Auslandsreisen eine sogenannte Weiße Karte beantragen und eine Einladung aus dem Ausland vorweisen. Zudem waren die Formalitäten extrem kostspielig. Blieben sie länger als elf Monate fort, galten sie als Exilanten und ihr Besitz wurde eingezogen. Künftig dürfen Kubaner immerhin 24 Monate im Ausland bleiben.
Raúl Castro beschritt einen Weg der allmählichen Öffnung des Landes, seit er im Juli 2006 die Macht von seinem Bruder Fidel Castro übernahm. Seither erhielten die Kubaner das Recht, Mobilfunkgeräte anzumelden, Autos und Immobilien zu erwerben. Außerdem wurde die Abschottung der internationalen Touristenhotels für die Kubaner aufgehoben.
Den USA steht nun allerdings möglicherweise eine große Einwanderungswelle bevor. Die Einwanderungsbestimmungen für Kubaner sind in den USA liberaler als für irgendein anderes Land. Zugleich hat Washington gegen die Kommunisten in Havanna seit Jahrzehnten eine Wirtschaftsembargo verhängt.












