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    Zuletzt aktualisiert: 07.01.2013 um 11:27 UhrKommentare

    Chavez hinterlässt ökonomischen Scherbenhaufen

    Nicht nur Venezuelas Präsident Hugo Chavez ist schwer krank - auch das Land selbst steckt in der Krise. Gewaltige Inflation und ein immenses Budgetdefizit warten auf den Nachfolger des Links-Politikers.

    Foto © AP

    Der krebskranke venezolanische Präsident Hugo Chavez wird nach seinem voraussichtlichen Abgang von der politischen Bühne seinem Land einen ökonomischen Scherbenhaufen hinterlassen. Sein möglicher Nachfolger, der bisherige Vizepräsident Nicolas Madura, wird das wirtschaftliche Desaster verwalten müssen, das die linkspopulistische Politik von Chavez angerichtet hat.

    Das Budgetdefizit beträgt nahezu 20 Prozent des BIP. Die Inflation ist gewaltig, die Devisenreserven sind in dem ölreichen Land knapp. Auf dem Schwarzmarkt werden vier mal mehr Bolivares für einen US-Dollar gezahlt als dem offiziellem Kurs entspricht. Gleichzeitig wurden die Arbeitslosenzahlen künstlich niedrig gehalten, indem enorm viele Stellen im öffentlichen Sektor geschaffen wurden.

    Schulden verzehnfacht

    Die Auslandsverschuldung ist derzeit zehn mal größer als 2003. Das Bankensystem ist vom Kollaps bedroht. Die Produktionskapazität, einschließlich die des ertragreichen Ölsektors, ist drastisch gesunken. Erdölexportierende Länder leiden normalerweise kaum an Devisenmangel. Venezuela hat es jedoch geschafft, trotz der hohen Erdölpreise in den vergangenen Jahren nicht genügend Dollar und Euro auf die Seite zu legen, um seine wachsenden Importe bezahlen zu können, wie die spanische Zeitung "El Pais" analysiert.

    Die Einnahmen aus den Erdölexporten sind aus mehreren Gründen zurückgegangen. Einerseits sind daran schlechtes Management und fehlende Investitionen schuld. Andererseits verschlingt die erhöhte Inlandsnachfrage einen großen Teil der Produktion. Wegen der Subventionen der Regierung kostet eine durchschnittliche Tankfüllung eines Mittelklassewagens in Venezuela umgerechnet etwa 19 Eurocent. Zudem wird ein Teil des Erdöls nach Kuba und in andere verbündete Staaten zu Billigpreisen oder auf Kredit verkauft.

    Große Erdölmengen werden nach China exportiert, gegen Vorkasse, aber mit kräftigen Ermäßigungen. Die Chavez-Regierung hat dieses Geld jedoch längst ausgegeben. Gegen Weltmarktpreise lässt sich Erdöl nur mehr an den "Feind" verkaufen, der zugleich der beste Kunde ist - die USA. Allerdings sind die amerikanischen Öleinkäufe wegen eigener Förderanstrengungen auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren gesunken.

    Explosion in Raffinerie

    Zu allem Übel ereignete sich vor kurzem eine gewaltige Explosion in der größten Ölraffinerie des Landes. Daraufhin war Venezuela gezwungen, Benzin teuer zu importieren. Nach Berechnungen der "Financial Times" mussten für zehn Barrels, die die USA exportiert wurden, zwei Barrels Treibstoff eingekauft werden.

    Während die Exporteinnahmen zurückgingen, stiegen die Importkosten - von 13 Milliarden Dollar 2003 auf mehr als 50 Milliarden heute. Um dies und die Zinsen für die Schulden zu bezahlen generiert die Wirtschaft aber nicht genügend Devisen. Gleichzeitig ist Venezuela von den Ratingagenturen auf die untersten Plätze gereiht worden was Wettbewerbsfähigkeit oder Attraktivität für Investoren betrifft. Andererseits findet sich das Land bei Korruption und Kriminalität auf den weltweiten Spitzenplätzen.

    Der linke Vizepräsident Maduro hat die aufmüpfigen Unternehmer gewarnt, dass sie mit "Kopfschmerzen" rechnen müssten, schreibt "El Pais". Allerdings werde es vor allem die arme Bevölkerung sein, der in der Nach-Chavez-Ära der Kopf dröhnen werde. Maduro werde dem Volk erklären müssen, warum es sich unter Chavez besser lebte.


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