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    Zuletzt aktualisiert: 04.01.2013 um 15:47 UhrKommentare

    Wird Russland zu Frankreichs Promi-Exil?

    In einem veröffentlichten Brief hatte Depardieu geäußert, "dass ich Euren Präsidenten Wladimir Putin sehr mag und dass das auf Gegenseitigkeit beruht". Nun droht auch Brigitte Bardot, sich nach Russland zu verabschieden.

    Foto © APA

    Die Verleihung der russischen Staatsbürgerschaft an den französischen Filmstar Gerard Depardieu hat in Russland Kritik und Spott nach sich gezogen. Zugleich droht auch Frankreichs einstige Filmlegende Brigitte Bardot damit, einen russischen Pass zu beantragen - sollten zwei kranke Elefanten in Zoo von Lyon wie geplant eingeschläfert werden.

    "Echte historische Rolle"

    Der Schauspieler könne nun "eine echte historische Rolle" spielen, indem er sich am 31. Jänner an einer Demonstration der Opposition in Moskau beteilige, schrieb der linksgerichtete Oppositionspolitiker Eduard Limonow am Freitag in seinem Blog. "Jeden 31. im Monat um 18.00 Uhr fordern russische Bürger (...) das Recht, sich friedlich zu versammeln, wie es in Artikel 31 der Verfassung vorgesehen ist. Wir warten auf Dich, Gerard!"

    "Angewidert" von der französischen Politik sei er, schreibt der Schauspieler - gefolgt von Ehrbekundungen für den Kremlchef. In einem Brief, den das russische Fernsehen am Donnerstag veröffentlicht hatte, hatte Depardieu geäußert, "dass ich Euren Präsidenten Wladimir Putin sehr mag und dass das auf Gegenseitigkeit beruht". Russland sei "eine große Demokratie". Dazu sagte nun der Journalist Matwei Ganapolski im oppositionellen Radiosender Moskauer Echo: "Wir werden es niemals vergessen und ihm diesen Satz niemals verzeihen".

    Der Journalist und Blogger Anton Orech schrieb auf der Website vom Moskauer Echo, Depardieus Entscheidung, wegen zu hoher Steuern seiner Heimat den Rücken zuzukehren, zeige, dass er "Geld mehr liebt als das Vaterland". "Lasst uns unsere Pässe jedem geben, der viel Geld hat und Zuhause keine Steuern zahlen will", fügte Orech sarkastisch hinzu. Ein russischer Facebook-Nutzer schrieb über Depardieu: "Er bewundert unsere Demokratie - er hat nicht mehr alle Tassen im Schrank." Ein Nutzer des Online-Netzwerkes Live Journal lästerte: "Wegen Geld aus seinem Land abzuhauen... das ist so russisch - er ist einer von uns!"

    Depardieus Steuerflucht aus Frankreich sorgt seit einem Monat für erhitzte Gemüter. Anfang Dezember wurde bekannt, dass der Schauspieler und Geschäftsmann sich ein Haus in Belgien gekauft hatte, um weniger Steuern zahlen zu müssen. Verärgert über die folgende öffentliche Empörung kündigte Depardieu an, die französische Staatsbürgerschaft aufzugeben. Am Donnerstag verlieh ihm dann Russlands Präsident Wladimir Putin die russische Staatsbürgerschaft.

    Depardieu ist in Russland äußerst beliebt, wo er regelmäßig Filme dreht, Galas besucht und als Werbefigur gefragt ist. Putin bezeichnete ihn unlängst als "Freund". Hingegen kritisieren Menschenrechtler die Auftritte des Schauspielers etwa zu Ehren des umstrittenen moskautreuen Machthabers der Konfliktregion Tschetschenien im Nordkaukasus, Ramsan Kadyrow. In seinem angeblichen Schreiben verspricht Depardieu nun, Russisch zu lernen.

    "Ich bin erfreut"

    "Ja, ich habe diese Anfrage auf einen Pass gestellt und ich bin erfreut, dass meiner Bitte stattgegeben wurde", zitierte der Staatsfernsehsender Erster Kanal in der Nacht auf Freitag aus einem Brief, den Depardieu geschrieben haben soll. "Ich habe darüber sogar mit meinem Präsidenten, François Hollande, gesprochen. Ich habe ihm all dies gesagt. Er weiß, dass ich Ihren Präsidenten Wladimir Putin sehr schätze und dass dies gegenseitig ist", hieß es in dem Text.

    "Mein Vater war Kommunist und hat Radio Moskau gehört. Das ist ein Teil meiner Kultur", heißt es dort. Der Brief "an die russischen Journalisten" endet mit dem auch bei Nationalisten beliebten Ruf "Ehre sei Russland".

    Folgt schon bald Bardot?

    Unterdessen droht auch Brigitte Bardot mit dem Verlassen ihrer Heimat gen Osten: Die streitbare Tierschützerin will einen russischen Pass beantragen, wenn die Elefanten Baby und Nepal eingeschläfert werden. In diesem Falle werde sie die russische Staatsbürgerschaft beantragen, "um aus diesem Land zu fliehen, das nur noch ein Tierfriedhof ist", schrieb Bardot am Freitag. Die Behörden haben die Einschläferung der seit 1999 im Zoo von Lyon lebenden Tiere angeordnet, weil sie an Tuberkulose erkrankt sind. Die Behörden befürchten, dass die Elefanten andere Tiere, aber auch Menschen anstecken könnten.


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