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Zuletzt aktualisiert: 27.12.2012 um 21:25 UhrKommentare

Österreichs UN-Truppe gezielt beschossen

Österreichs UNO-Truppe geriet vor einem Monat nicht versehentlich, sondern gezielt unter Beschuss. Vier von fünf Konvois wurden attackiert.

Foto © AP

Der Vorfall beim Flughafen von Damaskus, bei dem vier österreichische UNO-Soldaten Ende November durch Schüsse teilweise schwer verletzt wurden, stellt sich einen Monat später dramatischer dar als bisher angenommen. Die Soldaten waren Teil eines Kontingents, das auf der Heimreise vom Golan war und durch ein neues Kontingent ersetzt wurde. Zwei der Soldaten mussten nach Israel in ein Spital ausgeflogen werden, weil eine ärztliche Versorgung in der umkämpften syrischen Hauptstadt nicht möglich war.

Bisher wurde immer so getan, als ob es sich bei dem Angriff auf die UNO-Soldaten um ein "Missverständnis" gehandelt habe. Die Österreicher könnten "versehentlich" zwischen die Fronten geraten sein, hieß es zunächst.

Wie jetzt bekannt wurde, geriet auch die neue Einheit unter Beschuss. Das Kontingent sollte am darauffolgenden Tag auf fünf Konvois aufgeteilt die rund 70 Kilometer lange Strecke von Damaskus auf die Golanhöhen absolvieren. Vier der fünf Konvois wurden dabei gezielt beschossen. Im Unterschied zum Vortag waren aber alle Österreicher in gepanzerten Fahrzeugen unterwegs, niemand wurde verletzt. Einige der Fahrzeuge waren mit Einschussdellen übersät.

In der Zwischenzeit hat die UNO nicht zuletzt auf Druck der Österreicher die Nachschubroute geändert. Künftig werden die Blauhelme über Israel versorgt bzw. außer Landes gebracht.

Wie bereits vor Weihnachten in der Kleinen Zeitung berichtet, hat der Generalstab in der Zwischenzeit umfangreiche Evakuierungspläne für die rund 370 auf dem Golan stationierten österreichischen UNO-Soldaten ausgearbeitet. Im Ernstfall würde die Einheit mit aller Gewalt vom Golan über Israel und Zypern aus der Krisenregion gebracht werden.

Wann dieser Ernstfall eintreten könnte, steht naturgemäß in den Sternen. Eines der möglichen Szenarien ist der Einsatz von chemischen Waffen durch das Regime des ins Wanken geratenen Diktators Assad. Insider beunruhigt - unter dem Eindruck der Ereignisse in Damaskus - aber noch ein anderes Szenario: In der zwischen Syrien und Israel gelegenen Pufferzone sind die UNO-Soldaten auf mehrere Standorte verteilt. Da sei es durchaus denkbar, dass eine dieser "Positions" von regulären Einheiten oder Rebellen gezielt angegriffen wird.

MICHAEL JUNGWIRTH

KLEINE.tv

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