Mehrere Flüchtlinge im Hungerstreik
In der seit Tagen von Flüchtlingen und Asylwerbern besetzten Wiener Votivkirche kommt es zu ersten Hungerstreiks. Indes hat das Innenministerium die Liste mit 71 aufscheinenden Personen überprüft.

Foto © APA
Mehrere Flüchtlinge in der Wiener Votivkirche sollen in den Hungerstreik getreten sein. Das bestätigte eine Sprecherin der Besetzer der APA. Demnach sollen einige Personen bereits seit in der Nacht auf Sonntag keine Nahrung mehr zu sich nehmen. An einer gemeinsamen Erklärung zu den Forderungen wurde am Abend nach wie vor gearbeitet.
Besetzer-Liste überprüft
Das Innenministerium hat am Sonntag die von den Besetzern der Votivkirche übergebene Liste wie beim Runden Tisch vereinbart überprüft. Von den darauf aufscheinenden 71 Personen würden sich 42 in einem offenen Asylverfahren befinden, sagte ein Sprecher des Ressorts Sonntagabend auf Anfrage der APA. Diesen biete man an, sie wieder in ihre Unterbringungen entweder in den Bundesländern oder in der Erstaufnahmestelle Traiskirchen zurückzuführen.
In der Votivkirche hatten sich in der Nacht auf Sonntag allerdings weit weniger als die 71 auf der Liste aufscheinenden Personen befunden, war sowohl vom Innenministerium als auch von der Caritas betont worden. 15 von den auf der Liste angegebenen Namen seien zudem gänzlich unbekannt, 14 hätten bereits einen rechtskräftig negativen Asylbescheid erhalten. Von den 42 genannten Flüchtlingen mit offenem Verfahren hätten 19 derzeit Quartier in Traiskirchen, der Rest in den Bundesländern.
Im Innenministerium betonte man, dass man mit der Überprüfung der Liste seinen Teil der Abmachung beim Runden Tisch erfüllt habe. Die Aktivisten hatten für manche Fälle eine "Wiederaufnahme in die Grundversorgung" verlangt, zuvor wolle man die Votivkirche nicht verlassen und etwa das von der Caritas seit zwei Tagen eingerichtete Notquartier beziehen.
Androhungen von Hungerstreiks
Die Flüchtlinge, die unter Mithilfe von Aktivisten die Votivkirche besetzt haben, haben abermals in der Wiener Votivkirche übernachtet. Die von der Caritas eingerichtete Notunterkunft samt Transport dorthin ist von den Flüchtlingen vorerst nicht angenommen worden. "Sie wollen die Einzelfallprüfung abwarten und fühlen sich in der Kirche besser geschützt", so der Caritas-Sprecher. Dort sei es jedenfalls "bitterkalt", man habe die Asylwerber aber rund um die Uhr betreut.
Kritik wurde indes an den Aktivisten laut, welche die Aktion der Asylwerber offenbar organisieren - auch von Caritas-Direktor Michael Landau: "Ein Drittel von ihnen ist wirklich in Not; ein Drittel will jenen in Not ernsthaft helfen, aber bei einem Drittel handelt es sich um reine Aktivisten, um Chaoten, die die Not dieser Menschen instrumentalisieren wollen", sagte er in der "Presse". Auch der Pfarrgemeinderat der Votivkirche übte scharfe Kritik an jenen Gruppen, die die Menschen, die derzeit in der Kirche Schutz suchten, instrumentalisiert hätten.












