Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 21. Oktober 2014 07:33 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    IS-Jihadisten starteten neuen Vorstoß auf Kobane Ex-BZÖ-Chef dementiert "Schmiergeld"-Vorwurf Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Politik Nächster Artikel IS-Jihadisten starteten neuen Vorstoß auf Kobane Ex-BZÖ-Chef dementiert "Schmiergeld"-Vorwurf
    Zuletzt aktualisiert: 07.12.2012 um 18:58 UhrKommentare

    "Das Volk fühlt sich mit der Frage überfordert"

    Für Günter Höfler, scheidender Kommandant der Streitkräfte, kommt ein Berufsheer zu früh. Den Grundwehrdienst hält er für reformierbar.

    Foto © Bauer

    Hat die Wehrpflicht-Frage zur erhofften breiten sicherheitspolitischen Debatte geführt?

    GÜNTER HÖFLER: Nein. Weil ich in vielen Gesprächen merke, dass sich die Bevölkerung mit der Frage nach den Anforderungen und Aufgaben des Heeres völlig überfordert fühlt. Es besteht die Gefahr, dass wenige Menschen zur Volksbefragung gehen. Und wenn es dann auch noch sehr eng ausgeht, bin ich mir nicht sicher, was die Politik daraus ableitet.

    Muss man sich nicht selbst auch vorwerfen lassen, zu wenig zur Attraktivierung des Grundwehrdienstes beigetragen zu haben?

    HÖFLER: Wir haben 2009 mit der innovativen Ausbildung begonnen. Sicher passieren auch bei uns Fehler. Das schlimmste für den Rekruten ist, wenn er nichts zu tun hat. Wir müssen versuchen, bestimmte Systemerhalter wegzubekommen. Nicht Wachsoldaten oder Kraftfahrer, das machen die Leute gerne. Aber Küchengehilfen, Reinigung oder Instandhaltung kann man auslagern, dafür braucht man jedoch Geld. Es gibt in der Truppe gute Ansätze, auf die man bauen kann.

    Umfragen deuten auf die Beibehaltung der Wehrpflicht hin. Wo wäre dann als Erstes anzusetzen?

    HÖFLER: In der Rekrutenausbildung müsste man verstärkt auf Objekt- und Raumschutz setzen, das ist das wahrscheinlichste Einsatzszenario im Inland. Dazu auf Inhalte wie Sport, Erste Hilfe und handwerkliche Ausbildung für die Katastrophenhilfe. Für Rekruten, die nicht in den Brigaden dienen, sollte es die Möglichkeit geben, Ausbildungsmodule bei anderen Einsatzorganisationen wie Feuerwehr oder Bergrettung zu absolvieren. Das Bundesheer kann so zu einem Sicherheitsprovider für Österreich werden.

    Und sollte das Berufsheer doch kommen: Wie schnell wäre ein Umstieg zu schaffen?

    HÖFLER: Ich glaube nicht, dass man dann noch lange Rekruten einberufen kann, ab 2014 wird das nicht mehr gehen. Da müsste man sofort Konzepte auf den Tisch legen. Man sollte die Stellungspflicht aber trotzdem aufrechterhalten. Bis zur endgültigen Umstellung ist es ein langer Prozess, der wird viele Jahre dauern.

    Und mehr Geld kosten?

    HÖFLER: Ein Profiheer, das die gleichen Leistungen abdeckt, mit dem gleichen Budget wie jetzt - das kann ich mir nicht vorstellen.

    Wissen Sie schon, wie Sie am 20. Jänner entscheiden?

    HÖFLER: Ja, freilich.

    Verraten Sie es uns?

    HÖFLER: Ein Berufsheer hat für einen Berufssoldaten einen gewissen Charme. Aber vorher müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden und man muss abwarten, wie sich die Sicherheitspolitik der EU entwickelt.

    Also für die Wehrpflicht?

    HÖFLER: Als Staatsbürger würde ich derzeit für die Wehrpflicht votieren. INTERVIEW: WILFRIED ROMBOLD


    Umfrage

    Wir möchten wissen: Wehrpflicht - ja oder nein? 

    6215 Teilnehmer

    Mehr Politik

    Mehr aus dem Web

      KLEINE.tv

      Kobane: Hilfe für Kurden-Kämpfer

      Der türkische Außenminister Cavusoglu will irakischen Kurden den Grenzüb...Noch nicht bewertet

       

      Politik im Bild

      Seligsprechung von Papst Paul IV 

      Seligsprechung von Papst Paul IV

       

      100 Jahre Erster Weltkrieg

      Eine Reise an Orte, die bis heute vom Krieg gezeichnet sind. Elf illustrierte Reportagen auf 285 Seiten. Das neue Buch der Kleinen Zeitung ist ab sofort im Online-Shop erhältlich.

       


      Steirische Strukturreform

      APA

      Die Landesspitze baut die Gemeindestruktur massiv um. Im Jahr 2015 soll es von den derzeit 539 nur mehr 285 Gemeinden geben.

      Griechenland in der Krise



      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!