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    Zuletzt aktualisiert: 01.12.2012 um 21:36 UhrKommentare

    SP führt, Stronach erntet FPK-Wähler und überholt VP

    Was, wenn diesen Sonntag Landtagswahlen wären? Eine Umfrage im Auftrag der Kleinen Zeitung sieht sechs Parteien im Landtag. Gerhard Dörfler würde Landeshauptmann-Direktwahl gewinnen. Doch fast die Hälfte der Wähler sind noch unentschlossen.

    Dörfler läge bei einer Landeshauptmann-Direktwahl vorne, sie SPÖ wäre stärkste Partei in Kärnten, wenn am Sonntag gewählt werden würde

    Foto © Grafik: Silke Ulrich | Fotos: Eggenberger, APA, Traussnig, Stöflin, AP, GleissDörfler läge bei einer Landeshauptmann-Direktwahl vorne, sie SPÖ wäre stärkste Partei in Kärnten, wenn am Sonntag gewählt werden würde

    "Die Stimmung im Land könnte kaum schlechter sein", fasst Peter Hajek zusammen. Sein Meinungsforschungsinstitut hat im Auftrag der Kleinen Zeitung die Meinung der Kärntner erhoben. Gebessert hat sich nur die Bereitschaft, zur Wahl zu gehen. Nach dem Parteienförderungsskandal 2009 wollte die Hälfte der Kärntner von der Politik nichts mehr wissen. Jetzt möchten 74 Prozent der Befragten "ganz sicher" zur Wahl gehen. Und wie sie wählen würden! Sechs Parteien kämen in den Landtag und fünf davon in die Landesregierung, wenn die für 3. März in Aussicht gestellten Landtagswahlen heute stattfinden würden. Der große Verlierer: die FPK. Bekam die Landeshauptmann-Partei 2009, als sie noch den Namen der Haider-Partei-Gründung BZÖ trug, fast 45 Prozent der Stimmen, wollen sie jetzt nur 25 Prozent wählen.

    Unzufrieden mit "Personal"

    Größter Profiteur des FPK-Absturzes ist das Team Stronach. Wenngleich Hajek vorsichtig ist, weil es keinerlei Vergleich gibt: "Aber den Einzug in den Landtag sollte Stronach schaffen." Denn Stronachs Sympathisanten sind wie jene, die dem BZÖ mit Josef Bucher ihre Stimme geben wollen, von der FPK enttäuschte Wähler. Dort liegt noch großes Mobilisierungspotenzial für die FPK. Zumal diese Wähler bei der Landeshauptmann-Frage klar zu Gerhard Dörfler tendieren. Der Spitzenkandidat wird eine entscheidende Rolle spielen, weil das Farben-Wechselspiel von FPÖ zu BZÖ und FPK die Wähler verwirrt. So sagte eine Dame den Befragern: "Ich wähle Jörg Haider." Dass er tot ist, wusste sie natürlich, meinte aber seine Partei, welche auch immer.

    Das Potenzial für die SPÖ sieht Hajek bei den eigenen Leuten: Diese müssten mobilisiert werden. Die Umfrage sieht die SPÖ klar vor der FPK. Parteichef Peter Kaiser punktet bei der fiktiven Landeshauptmann-Direktwahl-Frage im Lager der Grünen, was bei einer Zuspitzung des Wahlkampfes auf die Landeshauptmann-Frage den Grünen Stimmen kosten könnte.

    Die Landeshauptmann-Frage offenbart eine gewaltige Unzufriedenheit mit dem politischen Spitzenpersonal. 36 Prozent können sich für keinen der Kandidaten entscheiden, weitere 18 Prozent wollen keine Angabe machen. Das heißt, für 54 Prozent sind die derzeitigen Spitzenmänner der Parteien kein Angebot. Die Grünen mit Aufdecker Rolf Holub können sich nach der derzeitigen Stimmungslage fast verdoppeln und an die Regierungstür klopfen. Mit rund zehn Prozent sei der Plafond für die Grünen aber erreicht, so Hajek. Der Meinungsforscher sieht SPÖ, Grüne und ÖVP "stabil". Die ÖVP scheint sich erholt zu haben und als Regierungspartei nicht mehr gefährdet zu sein. "Der personelle Schnitt und der Bruch mit den Leuten rund um Josef Martinz wird honoriert", so Hajek. Das BZÖ mit Josef Bucher sieht er "deutlich überschätzt", dahinter würden sich unentschlossene Wähler verstecken. Wie beim Team Stronach sind sich auch BZÖ-Sympathisanten ihrer Stimmabgabe für die genannten Parteien nicht sicher – ein deutlicher Unterschied zu den anderen Parteien.

    Viele Unentschlossene

    Mit Abstand größte "Partei" sind die unentschlossenen Wähler: 41 Prozent der Befragten haben sich nicht entschieden, davon haben 23 Prozent bei der Wahl 2009 das BZÖ gewählt. "Da ist noch relativ viel möglich", sagt Hajek. Der Wahlausgang werde vom weiteren Verlauf der Korruptionsskandale, von der Zuspitzung der Landeshauptmann-Frage und der Mobilisierungskraft von FPK und SPÖ abhängen.

    800 wahlberechtigte Kärntner ab 16 Jahren wurden vom Hajek-Institut zwischen 8. und 23. November befragt.

    ANTONIA GÖSSINGER

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    Eva WeissenbergerPolitiker-Malus von Eva Weissenberger

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    Foto © Grafik: Silke Ulrich | Fotos: Eggenberger, APA, Traussnig, Stöflin, AP, Gleiss

    Bild vergrößernUmfrage-Ergebnisse im DetailFoto © Grafik: Silke Ulrich | Fotos: Eggenberger, APA, Traussnig, Stöflin, AP, Gleiss

    Skandale

    Wen machen die Kärntner für die Korruptionsskandale verantwortlich? Die Interviewer baten die Befragten um spontane Nennungen, auch Mehrfachnennungen. Die FPK wurde von 73 Prozent genannt, die ÖVP von 59 Prozent, das BZÖ von 49 Prozent, die SPÖ von 37 Prozent, die Grünen von 26 Prozent und die FPÖ von 37 Prozent. Das BZÖ wurde von den Befragten Jörg Haider zugeordnet, die FPÖ Gerhard Dörfler und den Scheuch-Brüdern.

    Die Grünen kamen zur hohen negativen Bewertung, weil viele "alle Parteien" der Verwicklung in die Korruptionsskandale beschuldigten. Auch FPK- und ÖVP-Wähler sehen die Korruption bei ihren Parteien, wählen sie aber trotzdem. Hajek: "Das Thema wird an Personen festgemacht. Die Rücktritte von Josef Martinz und Uwe Scheuch machen die Parteien wieder wählbar."

    Entwicklung

    Nur die FPK-Wähler sehen die Lage in Kärnten positiv. Für den Großteil der Befragten hat sich die Situation in den letzten drei Jahren erheblich verschlechtert. 57 Prozent sind der Meinung, die wirtschaftliche Entwicklung habe sich verschlechtert. Eine Verschlechterung des Image des Landes sehen sogar 72 Prozent.

    Dass dies einen wahlentscheidenden Einfluss hat, glaubt Meinungsforscher Peter Hajek nicht. Auch 2009 seien die wirtschaftlichen Probleme Kärntens evident gewesen, hätten aber keinen Nachteil für die damalige Landeshauptmann-Partei dargestellt. Allerdings ist heute eine wesentlich größere Wechselstimmung spürbar. 2009 sahen 52 Prozent Zeit für einen politischen Wechsel, bei der jetzigen Umfrage sagten 71 Prozent, eine andere Partei sollte die Hauptverantwortung im Land tragen.

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