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    Zuletzt aktualisiert: 21.11.2012 um 09:50 UhrKommentare

    Singvogel mit Ladehemmung

    Faymann und sein Sonderkommando für Social-Media-Auftritte twitterten das letzte Mal vor genau einem Jahr. Dazu drängen sich zwei Fragen auf: Gibt es nichts Wichtiges aus der Welt eines Bundeskanzlers zu berichten? Wem geht der Singvogel vom "Ballhausplatz 2.0" ab? Ein Kommentar von Thomas Golser.

    Foto © APA

    Groß war der Aufruhr, als bekannt wurde, dass Österreichs SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann ein ursprünglich neunköpfiges "Social-Media-Team" (auf Steuerzahler-Kosten) zur Seite gestellt wurde: Von "wohlfeilen" 98.000 Euro Kosten zum Auftakt war die Rede - der laufende, jährliche Aufwand dafür wurde mit 37.010 Euro beziffert. Zwischenzeitlich wurde sogar von einer Kostenexplosion von bis zu 200.000 Euro berichtet. Danach der Skandal um gefälschte Facebook-Freunde - und ein Failmann, der dem "echten Werner" im sozialen Netzwerk zur Persiflage wurde. Da half es auch wenig, dass der Auftritt am Nationalfeiertag 2011 mit angerührtem Pomp aus der Taufe gehoben worden war.

    Dann wurde es still, sehr still - wenigstens auf Twitter, dem bekanntesten Mikroblogging-Dienst. Vom 26. Oktober 2011 bis zum 22. November 2011 gab es insgesamt 58 Tweets (also Kurznachrichten) mit die Massen fesselnden Wortlauten wie z.B. "Strukturelles Defizit lt Progn.-EU-Komm. 2011: 3,1 Prozent d BIP, 2012: 2,7 Prozent". Seit mittlerweile einem Jahr heißt es: Sendepause. Klappe zu. Vogel stumm. Dem Bundesadler im Netz scheint ein kurzes Leben beschieden gewesen zu sein - was einerseits an einer überschaubaren Fangemeinde liegen könnte, andererseits aber auch einem Mangel an Inspiration (Projektverantwortliche Angelika Feigl: "Twitter - ein Hinweismedium zum Anteasern!") geschuldet sein könnte. Man weiß es nicht genau. Offiziell wurde das Einmotten mit akutem Zeitmangel des Hauptakteurs erklärt. Da sind auch 140 Zeichen zu viel. Muss man diesen virtuellen Vogel für immer ziehen lassen? Wie sozial ist man nun medial?

    Auch die Frage, ob die dafür zuständigen Mitarbeiter im Bundespressedienst mit etwa einem Facebook-Posting pro Tag schon ausgelastet sein können und für Twitter nun wirklich keine Ressourcen mehr haben, bleibt unbeantwortet. Faymann, der auf Twitter schnittig als "Teamkanzler" zum Höhenflug ansetzen wollte, gibt sich selbst keinen Illusionen mehr hin: "Als Regierungschef, der mehr das Amtliche, das Staatliche bedient, bin ich beim jungen Publikum von vornherein in der Langweilertruppe", sieht sich der Politiker eher beim Bodenpersonal zu Hause. Mit dem Zwitschern hat es doch nicht jeder.

    Ein wenig abgehoben sein und dann doch nicht abheben können - ein Problem, das auch in sozialen Medien des öfteren vorkommt. Landeplatz verpasst, neue Koordinaten erbeten.

    THOMAS GOLSER

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