Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 21. September 2014 06:07 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Ehefrau von britischer Geisel appelliert an IS Kurz will einheitliche Koran-Übersetzung Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Politik Nächster Artikel Ehefrau von britischer Geisel appelliert an IS Kurz will einheitliche Koran-Übersetzung
    Zuletzt aktualisiert: 17.11.2012 um 22:22 UhrKommentare

    Team Stronach: Gelb statt Rot-Weiß-Rot

    Es war kein Einstand mit Pauken und Trompeten. Abgeliefert hat das Team des Milliardärs Frank Stronach, das seit zehn Tagen Klubstatus hat, in der vergangenen Parlamentswoche eher das Gegenteil. Auch ein "Medien-Maulkorb" sorgt für Aufregung.

    "Alles noch a bissl hektisch": Klubchef Robert Lugar im Parlament

    Foto © APA"Alles noch a bissl hektisch": Klubchef Robert Lugar im Parlament

    Selbst Kanzler Werner Faymann machte sich über Stronach-Klubchefs Robert Lugar lustig. Er sei "froh, in einer repräsentativen Demokratie mit Parteienförderung zu leben", damit er nicht wie Lugar "in einer Rede fünfmal Stronach sagen" müsse, spöttelte Faymann von der Regierungsbank. "Eine einzige Kuriosität" nennt SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter die Stronach-Leute. "Inhaltlich dürr" qualifiziert der Grüne Wirtschaftssprecher Bruno Rossmann die Reden des fünfköpfigen Klubs, der täglich 68 Minuten ans Rednerpult durfte, auf der Homepage des Parlaments die Farbe "Gelb" und das Kürzel "T" bekommen hat, obwohl Rot-weiß-Rot dessen Wunschfarbe war. Gnädiger ist der grüne Gesundheitssprecher Kurt Grünewald. Das Niveau der Neuen sei "nicht tiefer als bei den anderen Parteien", meint der Tiroler, der jedoch bemängelt, wie sehr das Team Stronach etwa "bei Sozialthemen schwimmt". ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger wirft Lugar vor, "priesterhaft, belehrend und naiv " zu sein. Auch er glaubt, Lugar & Co. seien nur "eine Vorhut". Sie würden nach den Wahlen verräumt, durch "echte Herzeigetypen" ersetzt.

    Für Heiterkeit sorgte Lugar auch bei SPÖ-Finanzstaatssekretär Andreas Schieder. Weil der Stronach-Klubchef in einem Antrag mit seinen Kollegen Stefan Markowitz und Christoph Hagen das Staatsdefizit für 2013 mit "75,9 Prozent" benannt hatte. Veranschlagt ist es mit 2,3 Prozent.

    "Mehr Pferde im Stall"

    Lugar erklärt solche Ausrutscher damit, dass "noch alles a bissl hektisch und unkoordiniert" ablaufe. Mit dem Ex-Journalisten Bernhard Martin sei nun aber ein Klubdirektor bestellt, der sich um Organisatorisches kümmert. Das Parlament werde drei Mitarbeiter stellen, doch fehlten noch die Verträge, sei daher noch niemand angestellt. Kürzer treten als geplant will Lugar in den Ausschüssen. Statt wie anfangs geplant in 40 und dann in 23 strebe das Team Stronach nur in sieben bis zehn dieser Arbeitskreise.

    Dass sich Stronach überhaupt einen Klub angelächelt hat, dürfte mit Peter Westenthaler zu haben. Der amtsmüde BZÖler soll dies Stronach eingeredet haben, um präsenter zu sein und vor allem zu ORF-TV-Elefantenrunden eingeladen zu werden. Inzwischen sei Stronachs Freude getrübt, heißt es. Spätestens seit Lugar ihn "das beste Pferd im Stall" genannt hat, soll es kriseln. Lugar bestreitet und sagt Stronach habe darüber gelacht, gemeint, er woll "mehr Pferde im Stall statt neuer Esel".


    Aufregung über Interviews

    Wer mit Neo-Politiker Frank Stronach ein Interview führen will, muss sich offensichtlich schriftlich verpflichten, dieses vor Veröffentlichung von vorne bis hinten autorisieren zu lassen - das Magazin "Datum" veröffentlichte nun ein entsprechendes Formular. Eine solche Vereinbarung zu brechen ist nicht empfehlenswert, ist sie doch laut Medienanwältin Maria Windhager rechtlich bindend.

    Stronach selbst begründet die Maßnahme gegenüber der APA damit, dass er "einige sehr schlechte Erfahrungen mit manchen Medien gemacht" habe. "Ein Federstrich kann vernichtender sein als ein geladener Revolver", warnte er die schreibende Zunft.

    Scharfe Kritik kommt vom Österreichischen Journalisten Club (ÖJC). "Dies verstößt eindeutig gegen die Grundregeln der Pressefreiheit, die blutig erkämpft wurden", sagte ÖJC-Präsident Fred Turnheim in einer Aussendung. Als Antwort auf den "Maulkorb des Herrn Stronach" plädiert Turnheim für einen Interview-Boykott gegen den Milliardär.

    Mehr Politik

    Mehr aus dem Web

      KLEINE.tv

      Türkische Geiseln wieder frei

      Die im Irak von der Extremistenmiliz Islamischer Staat verschleppten 49 ...Bewertet mit 3 Sternen

       

      Politik im Bild

      Nach der Wahl zu Spitzenkandidaten 

      Nach der Wahl zu Spitzenkandidaten

       

      100 Jahre Erster Weltkrieg

      Eine Reise an Orte, die bis heute vom Krieg gezeichnet sind. Elf illustrierte Reportagen auf 285 Seiten. Das neue Buch der Kleinen Zeitung ist ab sofort im Online-Shop erhältlich.

       


      Steirische Strukturreform

      APA

      Die Landesspitze baut die Gemeindestruktur massiv um. Im Jahr 2015 soll es von den derzeit 539 nur mehr 285 Gemeinden geben.

      Griechenland in der Krise



      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!