Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 31. Juli 2014 03:28 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Keine Einigung im argentinischen Schuldenstreit EU-Sanktionen gegen Russland morgen im Detail Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Politik Nächster Artikel Keine Einigung im argentinischen Schuldenstreit EU-Sanktionen gegen Russland morgen im Detail
    Zuletzt aktualisiert: 16.11.2012 um 16:53 UhrKommentare

    Tribunal schreibt mit Freispruch Geschichte

    Auch mehr als 20 Jahre nach Beginn des Bürgerkrieges sind sich die Historiker über Schuld von Kroaten und Serben uneinig. Mit den Freisprüchen für Ante Gotovina und Mladen Markac sorgte das UN-Tribunal am Freitag für einen Knalleffekt in Südosteuropa.

    Ante Gotovina (li.) und Mladen Markac

    Foto © APAAnte Gotovina (li.) und Mladen Markac

    Zu Beginn des Bürgerkrieges in Kroatien (1991-1995) hielt die serbische Minderheit, die rund zwölf Prozent der Bevölkerung ausmachte, etwa ein Drittel des Landes unter ihrer Kontrolle. Bei der Rückeroberung im August und September 1995 wurden mehr als 200.000 Serben vertrieben und knapp 2.000 getötet. Die Militäraktion "Sturm" sei im Sinne der Selbstverteidigung legitim gewesen, urteilte das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag am Freitag.

    Daher könnten den beiden kroatischen Generälen Ante Gotovina und Mladen Markac, die als regionale Oberbefehlshaber über Militär und Spezialpolizei die Aktion "Sturm" befehligten, auch keine Schuld nachgewiesen werden, urteilte das Gericht nach einem viereinhalbjährigen Prozess. Was die kroatische Öffentlichkeit immer schon behauptete, wurde jetzt erstmals von einem internationalen Gericht bestätigt.

    "Kroatien ist unschuldig", jubelten die Zeitungen in Zagreb. Die Schuld wurde einseitig den Serben zugewiesen. Der Staatschef schickte sein Dienstflugzeug, um die beiden immer noch als Kriegshelden verehrten Generäle in ihre Heimat zu holen.

    Treffen auf Brioni

    Kein Wort verloren die Richter über das Treffen des nationalistischen Staatspräsidenten und "Vaters der kroatischen Unabhängigkeit", Franjo Tudjman, mit der Militärführung auf der Adriainsel Brioni eine Woche vor "Sturm"-Beginn. Unter Anwesenheit auch von Gotovina legte Tudjman eine Lösung für das "Serbenproblem" seines Landes vor. Danach müsse die serbische Minderheit als "Störfaktor" vertrieben werden. Je mehr, "desto stabiler wird Kroatien", sagte er der Militär- und Polizeispitze. Das wurde offensichtlich von dieser als Auftrag verstanden.

    Demgegenüber liest sich das Urteil des Tribunals so, als seien Tod, Massenvertreibung und Plünderung eine Art Kollateralschaden eines legitimen Verteidigungskrieges. "Das Tribunal hat die schlimmsten Verbrechen legalisiert", empört sich denn auch die größte serbische Regierungspartei SNS nach dem Urteil. Das sei "eine politische und nicht eine rechtliche Entscheidung". In jedem Fall hat das Gericht den Anhängern des Schwarz-Weiß-Bildes "Gute Kroaten - Böse Serben" Argumentationshilfen geliefert.

    Das Tribunalsurteil dürfte weitreichende Folgen auch für andere laufende Gerichtsverfahren haben. Kroatien hat Serbien vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH), der höchsten UN-Justizinstanz, wegen "Völkermordes" verklagt. Die Argumentation folgt der des Tribunals: Kroatien sei von Serbien angegriffen worden und habe sich nur verteidigt. Sollte das IGH dieser einseitigen Sicht folgen, dürften auf Serbien riesige Reparationszahlungen zukommen.


    Mehr Politik

    Mehr aus dem Web

      KLEINE.tv

      Das Leben der Flüchtlinge

      Mustafa Hossaini ist aus Afghanistan geflüchtet, kam in das Flüchtlingsh...Noch nicht bewertet

       

      Politik im Bild

      Abbauarbeiten bei der Wörtherseebühne in Klagenfurt 

      Abbauarbeiten bei der Wörtherseebühne in Klagenfurt

       

      100 Jahre Erster Weltkrieg

      Eine Reise an Orte, die bis heute vom Krieg gezeichnet sind. Elf illustrierte Reportagen auf 285 Seiten. Das neue Buch der Kleinen Zeitung ist ab sofort im Online-Shop erhältlich.

       


      Steirische Strukturreform

      APA

      Die Landesspitze baut die Gemeindestruktur massiv um. Im Jahr 2015 soll es von den derzeit 539 nur mehr 285 Gemeinden geben.

      Griechenland in der Krise



      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!