Mehrere Tote bei Anschlag auf Kirche in Nigeria
In der nigerianischen Stadt Kaduna hat am Sonntag ein Selbstmordattentäter ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in eine katholische Kirche gesteuert und dort in die Luft gejagt. Mindestens fünf Menschen wurden den Sicherheitskräften zufolge dabei getötet. Bei Vergeltungsaktionen kamen mindestens zwei weitere Menschen ums Leben. Es gab zudem mehr als 140 Verletzte.
"Ich habe viele verstümmelte Körperteile gesehen", berichtete der Augenzeuge Nicholas Adukanya der Nachrichtenagentur dpa. Während der Sonntagsmesse habe ein Selbstmordattentäter das Tor der katholischen Kirche in der Stadt Kaduna, etwa 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Abuja, mit einem Auto gerammt und sich in die Luft gesprengt, berichteten Augenzeugen. Einem Artikel der Tageszeitung "Punch" (Onlineausgabe) zufolge befanden sich in dem Auto zwei Männer.
Augenzeugen berichteten von einer weiteren Detonation in Sabo, einem Vorort von Kaduna. Nach dem Attentat zogen aufgebrachte christliche Jugendliche durch die Straßen, bewaffnet mit Stöcken und Macheten, und attackierten Muslime. Ein Jugendlicher mit blutigem T-Shirt rief: "Wir haben sie getötet, und wir werden noch mehr tun!" Ein Mann soll von der wütenden Menge sogar bei lebendigem Leib angezündet worden sein. Die Polizei errichtete Straßensperren und patrouillierte durch die Stadt, um weitere Gewalt zu verhindern.
Nigerianische Behörden hatte wenige Tage zuvor vor möglichen Anschlägen während des islamischen Opferfests gewarnt. Kaduna liegt an der Trennlinie zwischen dem vorwiegend muslimischen Norden des Landes und dem Süden, wo überwiegend Christen leben.
Zu der Tat bekannte sich niemand. Sie würde aber den Schriftzug der radikal-islamischen Sekte Boko Haram tragen, mutmaßte "Punch". Boko Haram will im Norden einen muslimischen Staat errichten, in dem die Scharia befolgt wird.













