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Zuletzt aktualisiert: 26.10.2012 um 20:34 UhrKommentare

Schlacht um die Wehrpflicht überschattet Nationalfeiertag

Der Nationalfeiertag ist wie erwartet ganz im Zeichen der Heeresdebatte gestanden. Wehrpflicht-Befürworter und -Gegner lieferten sich bei den offiziellen Ansprachen am Heldenplatz einen kleinen Schlagabtausch.

Foto © APA/Neubauer

Dem Publikumsinteresse tat das freilich keinen Abbruch. Das Bundesheer zählte bei seiner Leistungsschau am Donnerstag und Freitag insgesamt 800.000 Besucher. Großen Andrang gab es auch beim Tag der Offenen Tür in den Ministerien. Vor dem Bundeskanzleramt und der Hofburg stellten sich schon zu Mittag Hunderte Menschen um Einlass an.

Bundeskanzler Werner Faymann (S) setzte heuer auf die Kunst. Den gesamten Nachmittag über gaben Mitglieder des Burgtheater-Ensembles im Bundeskanzleramt kurze Kostproben. Der Kanzler selbst bewarb sogar im Angesicht des Volkes die EU-Hilfen, indem er daran erinnerte, dass auch Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg geholfen worden sei.

Als eifriger Händeschüttler erwies sich Vizekanzler Michael Spindelegger (V), der sich im Außenministerium großen Andrangs erfreuen durfte. Zu zeigen hatte er dem Publikum die EU-Beitrittsgesuche Österreichs, die erstmals ausgestellt wurden. Bundespräsident Heinz Fischer empfing stets gut gelaunt Tausende Besucher von allen Kontinenten.

Werbung und Kritik

Etwas ernster ging es am Vormittag beim offiziellen Festakt, bei dem 1.000 Rekruten angelobt wurde, zu. Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) nutzte seine Ansprache, um für sein Berufsheer zu werben, Bundespräsident Fischer plädierte dagegen für die Wehrpflicht. Das Staatsoberhaupt verwies darauf, dass das Bundesheer nach dem Zweiten Weltkrieg "auf Basis der allgemeinen Wehrpflicht mit der Aufgabe für das gesamte Volk, unser Land zu schützen", aufgebaut wurde. Und diese Aufgabe erfülle es auf "professionelle Weise", konterte Fischer dem Argument, dass ein Berufsheer mehr Professionalität bringen würde.

Der Bundespräsident appellierte gleichzeitig an die Verantwortlichen, im Vorfeld der Volksbefragung "verantwortungsvoll zu handeln" und "keine Gräben aufzureißen". Denn es werde auch einen Tag nach dem 20. Jänner geben und man werde weiter zusammenarbeiten müssen. Darabos argumentierte seinerseits, dass es Veränderungen brauche, um die Qualität des Heeres abzusichern. Das Bundesheer müsse auf das veränderte sicherheitspolitische Umfeld ausgerichtet werden. Denn die Bedrohungen seien komplexer geworden. "Wer stillsteht, wer nicht in Bewegung bleibt und abwartet, verliert den Anschluss", so Darabos.

Tradition

Begonnen hatten die Feierlichkeiten mit der traditionellen Kranzniederlegung in der Krypta am Heldenplatz. Die Staatsspitze legte dabei ihre Kränze erstmals nicht vor dem Denkmal des "Toten Soldaten" im Gedenken an die Gefallenen der beiden Weltkriege nieder, sondern vor einer Gedenktafel für im Einsatz verstorbene Soldaten des 1955 gegründeten Bundesheeres. Grund für den Ortswechsel: Bei einer Untersuchung des Denkmals waren zwei Schriftstücke gefunden worden, von denen eines eine Nazi-Huldigung des Bildhauers Wilhelm Frass enthielt.

Die Leistungsschau, die vom Verteidigungsministerium zum Ärger der Wehrpflicht-Befürworter unter dem Motto "Profis bringen Sicherheit" gestellt wurde, zeigte neben Hubschraubern, Panzern und einem Eurofighter-Modell auch einzelne Spezialbereiche der Armee wie die Garde, die EU-Battle-Group, die Heeressportler, das Jägerbataillon 25, ABC-Spezialisten und einiges mehr. Am Rathausplatz wurde indes das Sicherheitsfest abgehalten, bei dem sich die Blaulichtorganisationen präsentierten.


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