"Ich bekomme von Stronach kein Geld"
Waltraud Dietrich (53), früher Landtags- Klubobfrau der FPÖ, wird steirische Spitzenkandidatin des Teams Stronach. Es gebe für sie keine finanziellen Anreize, Zahlungen an BZÖler schließt sie aus.

Foto © Josef FröhlichWaltraud Dietrich
Sie war Klubobfrau der steirischen Freiheitlichen, doch im August 2005 warf sie alles hin: "Ich habe Probleme mit dem Kurs von Heinz-Christian Strache und halte es bei der FPÖ nicht mehr aus", grollte Waltraud Dietrich aus Kobenz bei Knittelfeld damals und zog sich aus der Politik zurück. Sieben Jahre später ist sie wieder da. Nicht bei der FPÖ, sondern bei Frank Stronach. Wir baten sie zum Interview.
Frau Dietrich, es gibt schon länger Spekulationen um Ihr Engagement beim Team Stronach, was ist Ihre Rolle dort?
WALTRAUD DIETRICH: Es gibt ein vierköpfiges Gründungsteam unserer Bewegung, dem Frank Stronach, ich und zwei weitere Personen angehören, deren Namen ich nicht nennen möchte. Ich bin im innersten Zirkel bei den Besprechungen dabei und habe das Programm mitentwickelt, das wir nun mit Experten diskutieren.
Werden Sie auch Kandidatin?
DIETRICH: Meine Aufgabe ist es, die Strukturen in der Steiermark aufzubauen. Es gibt noch keine Kandidatenlisten, aber ich bin bereit, in der Steiermark an der Spitze zu kandidieren, wenn das intern so gewünscht wird.
Man hört, das soll finanziell sehr attraktiv sein.
DIETRICH: Mein Engagement ist rein idealistisch, es gibt keinerlei finanzielle Absprachen oder Zuwendungen, nicht einmal Fahrtgeld.
Das BZÖ sieht das anders, spricht von hohen Summen und Bestechung.
DIETRICH: Die, die solche Aussagen treffen, werden geklagt. Persönlich frage ich mich, warum sind diese Leute nicht sofort an die Öffentlichkeit oder zum Staatsanwalt gegangen? Das BZÖ hat offensichtlich ein bisschen gebraucht, um sich die Bestechungsgeschichte als Strategie zurechtzulegen und so Frank Stronach zu diskreditieren.
Aber mit den übergelaufenen BZÖlern haben Sie offenbar kein Problem. Gab es für diese Politiker Geld?
DIETRICH. Es gibt ehrliche Mandatare, die mit uns etwas bewegen wollen. Ich kann zu hundert Prozent ausschließen, dass sie Geld bekommen haben. Ich bin bei Verhandlungen oft selbst am Tisch gesessen, da waren finanzielle Angelegenheiten kein Thema. Wenn die BZÖ-Abgeordneten Wolfgang Spadiut und Gerhard Huber sagen, ihnen sei Geld geboten worden, fällt mir ein, dass mich der Frank gefragt hat, wer diese Leute eigentlich sind.
Ist Stronach nur Galionsfigur und Zahler, oder bringt er sich inhaltlich ein?
DIETRICH: Er bringt sich mit Haut und Haar ein, will informiert sein, gibt die Linie vor. Für mich faszinierend, wie ein Mann in diesem Alter täglich von 10 bis 21 Uhr durcharbeiten kann.
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Zur Person
Waltraud Dietrich, geb. am 19. 10. 1959, ist verheiratet, Mutter von vier erwachsenen Kindern und lebt in Kobenz bei Knittelfeld.
Sie ist Land- und Forstwirtin, Seminarveranstalterin, Mentaltrainerin.













