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Zuletzt aktualisiert: 17.10.2012 um 20:47 UhrKommentare

"Müssen Budget anpassen"

Rektor Harald Kainz (TU Graz) hofft auf rasche Entscheidung.

Rektor Harald Kainz

Foto © APARektor Harald Kainz

Sie waren einer der Befürworter der Einhebung von Studiengebühren durch die Unis. Was sagen Sie zu den Aussagen der Verfassungsgerichtshofes?

HARALD KAINZ: Ich habe nur eine eingeschränkte Freude damit. Es schaut nicht so aus, dass Universitäten autonom Studiengebühren einheben dürfen. Aber warten wir die Entscheidung ab. Für uns ist wichtig, dass wir sie rasch bekommen, denn auch das Sommersemester ist in Schwebe.

Und wenn diese endgültig negativ ausgeht?

KAINZ: Dann ist das Ministerium in der Pflicht, eine Lösung zu finden. Das ist in den letzten Jahren in der Koalition blockiert worden.

Sind Sie persönlich weiterhin für Studiengebühren?

KAINZ: Ja, ich stehe dahinter, denn es gibt viele positive Effekte. Die Studierenden werden schneller fertig und sie engagieren sich mehr bei der Frage der Qualität der Lehre, wenn sie einen Beitrag leisten. Wir erwarten aber auch, dass es Maßnahmen auf der Stipendienseite für sozial Schwache gibt, damit wir Studenten nicht hinaustreiben. Ich hoffe, dass sich die Politik in diese Richtung hin entscheidet.

Jetzt haben Sie bereits Geld kassiert. Ist das schon ausgegeben?

KAINZ: Nein, wir haben es nicht ausgegeben, aber es ist budgetiert. Wir müssen jetzt die Budgets anpassen, und das wird zum Teil zu Lasten der Studierenden gehen. Wir haben ja geplant, damit Studienassistenten zu bezahlen und damit die Betreuungsverhältnisse zu verbessern, und wir wollten Hörsäle und Seminarräume in der Ausstattung verbessern. Wir haben uns zusammen mit den Studierenden verpflichtet, dieses Geld ausschließlich in Maßnahmen zu stecken, die den Studierenden zugute kommen.

Wie schätzen sie die Chancen ein, dass sich die Regierung rasch zu einer Lösung aufrafft?

KAINZ: Der Druck auf die Politik hat zugenommen, eine Gesamtlösung zu finden. Da kommt jetzt Bewegung hinein. Meine Sorge ist, dass im kommenden Wahlkampf Positionierungen entstehen, die Lösungen verhindern. Wir haben aber gesehen, dass es bei manchen Positionen Verwitterungseffekte gibt, etwa bei den Zugangsregelungen.

Inwieweit beeinflusst das die Autonomie der Universitäten?

KAINZ: Wenn hier Dinge politisch vorgegeben werden und nicht innerhalb der Uni, dann ist das eine Einschränkung. Ich bin ein Anhänger einer sehr weiten Autonomie, weil ich glaube, dass wir flexibler sind und unsere Aufgabe besser erledigen können.

INTERVIEW: NORBERT SWOBODA

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