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    Zuletzt aktualisiert: 16.10.2012 um 19:46 UhrKommentare

    Mädchen Malala ist kein Einzelfall

    Das Schicksal der 14-Jährigen ist typisch für die gesamte Region von Pakistan, Indien bis Afghanistan. Von Daniel Kestenholz

    Foto © APA

    Unlängst sorgte das Schicksal des Mädchens Malala Yousafzai weltweit für Empörung. Zwei Taliban stoppten ihren Schulbus und schossen ihr in den Kopf. Ihr Vergehen? Die 14-Jährige stand für die Rechte von Mädchen in Pakistan ein, wo Taliban unter Berufung auf den Koran ein Schulverbot für Mädchen fordern. Auch in Pakistan war die Empörung groß. Präsident Asif Ali Zardari nannte die Attacke einen Angriff auf alle Mädchen. Seine Regierung setzte ein Kopfgeld in der Höhe von einer Million Dollar auf die Täter aus. Doch die offizielle Empörung ist heuchlerisch. Es ist das erste Mal, dass sich Islamabad öffentlich für die Rechte von jungen Frauen stark macht.

    Mittlerweile in einem Londoner Krankenhaus, konnte Malala eine Kugel aus dem Kopf operiert werden. Ihre Chancen auf volle Genesung stehen gut, heißt es aus Ärztekreisen, doch schon ist es wieder still geworden um das mutige Mädchen, das kein Einzelfall ist. Gewalt gegen Frauen steht auf dem Subkontinent auf der Tagesordnung.

    Während die Steinzeit-Ideologen der Taliban beschuldigt werden, ergeht es jungen Frauen in Indien keinesfalls besser, das noch als das fortschrittlichste Land der Region gilt. In Indien dürfen Mädchen zur Schule, doch die Rechte einer Frau hören oftmals beim Erwachsenwerden auf, wenn Frauen als Besitztum erachtet werden, über das verfügt werden kann. Das Verätzen von Gesichtern mit Säure, Rachemorde oder auch das Schicksal von Witwen, die von den Familien ihrer Männer oft verstoßen werden, damit sie nichts erben, sind in Indien nicht einmal Randnotizen wert.

    Indien rühmt sich gerne hoher religiöser und moralischer Werte, ist offenbar aber das weitaus frauenfeindlichste Land der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Das geht aus einer Umfrage unter 370 Geschlechterexperten der G-20 hervor, die Indien als das schlechteste Land klassieren, um eine Frau zu sein. Unter dem Vorwand von Kulturwerten werde jede Debatte über Rechte von Frauen verhindert, so die Studie der Stiftung Trust.org.

    6000 Bräute verbrannt

    Selbst Frauen in Saudi Arabien, die sich nicht einmal ans Steuer setzen dürfen, geht es der Studie zufolge noch besser. "In einem Land, das vorgibt, seine Frauen traditionell zu verehren, werden extreme Stufen von Gewalt gegen Frauen toleriert", kommentierte die Rechtsprofessorin Ratna Kapur in der führenden Tageszeitung "The Hindu". Wie allenthalben auf dem Subkontinent genießen Täter größtenteils Straffreiheit. Selbst Männer, die ihre Frauen bei lebendigem Leib verbrennen, weil sie über die Höhe der Mitgift erzürnt sind, haben selten Strafe zu fürchten. Laut "Time"-Magazin wurden in Indien noch 1995 fast 6000 Bräute verbrannt. Diese Ritualmorde haben nichts mit dem Brauchtum namens Sati zu tun, als Witwen bei der Einäscherung ihrer verstorbenen Männer auf dem Scheiterhaufen mitverbrannt wurden.

    Die Zustände in Pakistan, Bangladesch und Afghanistan sind noch unhaltbarer. Doch selbst an indischen Universitäten, wo Frauen vorgeblich an der Modernisierung der Nation teilnehmen, herrschen patriarchalische Hierarchien, die Frauen ausbremsen. Ratna prangert die Diskrepanz zwischen Demokratie und der Schmähung von Frauen an: "Indien ist erst wirklich unabhängig", sagt Ratna, "wenn die Unabhängigkeit von Frauen respektiert wird."


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