Rätselraten in der SPÖ über die "Watsch'n" für Faymann
Der SPÖ-Chef will nach dem schwachen Parteitagsergebnis jetzt Diskussionen nachholen. Kritik an den "feigen Delegierten".

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WIEN. Der Tag danach hat volle Breite: Wundenlecken, Enttäuschung, Ernüchterung, Häme und die Frage: "Wie war das möglich? Auf die Hauptfrage nach dem SPÖ-Parteitag, bei dem Werner Faymann mit 83,43 Prozent mit dem schlechtesten Ergebnis der Parteigeschichte als SPÖ-Vorsitzender wiedergewählt wurde, gab es gestern vielschichtige Antwortversuche. Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter sprach von einer "bitteren Pille". Seine Erklärungsversuche für die "Watsch'n", "peinliche Wahlschlappe" oder das "historische Debakel", wie Medien kommentierten: Die Partei habe "nicht so recht mitbekommen", was Faymann in der EU bei der Finanztransaktionssteuer geleistet habe. Auch die neuen Transparenzregeln könnten mit ausschlaggebend gewesen sein.
Faymann selbst gestand gestern ein: "Wir müssen einiges an Diskussion nachholen." So etwa sei die Abkehr von der Wehrpflicht "zu schnell gekommen und nicht ideal vorbereitet worden", sagte er im ORF selbstkritisch. Dem unpopulären, aber notwendigen Fiskalpakt gibt er die Hauptschuld an seinem schlechten Ergebnis. "Wir müssen die Europapolitik besser erklären." Sein Nicht-Erscheinen vor dem Untersuchungsausschuss sei kein Fehler gewesen.
Rückenstärkung für Faymann kam gestern von den roten Länderchefs. Mehr Kommunikation, das fordert zwar auch Kärntens SPÖ-Chef Peter Kaiser. Als einer, der beim Parteitag in der ersten Reihe saß, war er verwundert: "Die 83 Prozent haben nicht der Stimmung des Parteitags entsprochen." Zum roten Schwenk von der Wehrpflicht zum Berufsheer meint er: "Bei so prinzipiellen Themen müsste es frühzeitig eine intensive interne Diskussion geben. Ob Faymann nun für den Nationalratswahlkampf geschwächt ist? Kaiser will das "nicht überbewerten". So sieht es auch Josef Ackerl, SPÖ-Chef in Oberösterreich und immer wieder kritische Stimme in der Partei. Empört über seine Parteifreunde ist Josef Muchitsch, Vorsitzender der Gewerkschaft Bau und Holz. "Es hat Möglichkeiten gegeben, intern Kritik zu üben. Es ist feig, das in der Wahlzelle zu tun", sagte er zur Kleinen Zeitung.
"Feig, feig, feig", meint auch Ackerl. Die Kritiker sollten den Mut haben, ihre Positionen in Wortmeldungen kundzutun. Das schlechte Parteitagsergebnis schade der ganzen Partei, sind Ackerl und Muchitsch überzeugt.












