Stronach will rasch seinen eigenen Klub
Der BZÖ-Mandatar Hagen wechselt zum Milliardär - damit hat das Team Stronach theoretisch bereits Klubstärke. Weitere Wechsel aus dem BZÖ werden erwartet.

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Mit dem Wechsel von Christoph Hagen vom BZÖ zur neuen Partei von Frank Stronach kommt diese dem automatischen Klubstatus im Parlament sehr nah. "Wir wollen das bis Ende Oktober schaffen, das wäre günstig", sagte der schon im August zu Stronach übergelaufene Ex-BZÖler Robert Lugar, der sich Hoffnungen auf den Klubchef macht, bei der Präsentation von Hagen.
Falls es gelingt, noch einen BZÖ-Abgeordneten zu den bisher vier Ex-BZÖ-Mandataren (siehe Grafik) zu gewinnen, wäre die Gruppe nicht auf die Zustimmung des Parlaments für einen Stronach-Klub angewiesen. Der Klubstatus bringt etliche Vorteile, unter anderem eine jährliche Klubförderung von 1,2 Millionen plus 46.200 Euro pro Abgeordneten und mehr Mitspracherechte in Nationalrat.
Laut Lugar hätten sich inzwischen auch vier ÖVP-Mandatare und ein FPÖ-Abgeordneter beim Milliardär Stronach beworben. Sollten diese - ein Schwarzer davon sei bereits abgelehnt worden - von allen Korruptionsvorwürfen frei sein, könnten auch sie später wie Ex-SPÖ-Mann Gerhard Köfer in Stronachs Klub wechseln, sagte Lugar, der sich erneut entschieden dagegen wehrte, Überläufer bekämen dafür Geld. Er drohte mit rechtlichen Schritten, sollten diese Vorwürfe "nicht aufhören".
Der offiziell gestern zu Stronach übergelaufene karenzierte Vorarlberger Polizist Hagen, der sich keine Hoffnungen machte, nächstes Jahr erneut zum BZÖ-Abgeordneten gewählt zu werden, hatte noch am Donnerstag jeden Wechsel energisch bestritten. Tags darauf war alles anders. Dies erklärte Hagen - den das BZÖ gestern ausgeschlossen hat - jetzt damit, er habe davor seine Freunde vom Übertritt informieren wollen. Laut Lugar hat Hagen den Wechsel selbst betrieben.
Gefragt, ob es nicht seltsam sei, dass schon vier BZÖ-Abgeordnete bei Stronach angeheuert haben, obwohl dieser seine Bewegung "überparteilich" nennt, gab Lugar eine klare Antwort: "Das ist kein Widerspruch, denn unsere Politik bestimmt Stronach".













