Papst entlässt chilenischen Bischof
Angesichts des Verdachts auf Missbrauch von Minderjährigen hat Papst Benedikt XVI. den chilenischen Bischof Marco Antonio Ordenes Fernandez entlassen. Der Bischof von Iquique habe seinen Rücktritt nach Artikel 401 Paragraph 2 des Kanonischen Rechts eingereicht. Dieser Paragraph bezieht sich auf Rücktritte "aus gesundheitlichen oder anderen schweren Gründen".
Der Vatikan ermittelte zu Vorwürfen, der 47-Jährige habe während seiner Zeit als Rektor des Refugiums der Heiligen Frau von Karmel in La Tirana einen Knaben missbraucht. Zwei Tage vor seinem Rücktritt gestand der Bischof ein, sich gegenüber dem Ministranten "unvorsichtig" verhalten zu haben, stritt aber ab, dass dieser damals minderjährig gewesen sei.
Am 2. Oktober warfen Medien ihm zudem vor, 2009 einen weiteren Knaben missbraucht zu haben. Ordenes Fernandez war 2006 vom Papst zum Bischof von Iquique ernannt worden.
Die katholische Kirche wird seit Jahren immer wieder von Missbrauchsskandalen erschüttert. Anfang der 2000er Jahre waren in den USA zahlreiche Fälle ans Licht gekommen. Anschließend wurden auch in vielen europäischen Fällen Übergriffe von Priestern auf schutzbefohlene Kinder und Jugendliche bekannt. Allein in Irland wurden mehrere zehntausend Beschwerden eingereicht. In vielen Fällen waren die Missbrauchsvorwürfe der örtlichen Kirchenleitung seit Jahren bekannt, doch deckte sie die Betroffenen.












