Dutzende Tote bei Doppelanschlag nahe Damaskus
Bei einem Doppelanschlag auf den Provinzsitz des Geheimdienstes der Luftwaffe haben Islamisten nach Angaben der Opposition Dutzende Menschen getötet. Wie die im Exil ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mitteilte, trafen Montagabend zwei schwere Explosionen im Abstand von rund 20 Minuten das Gebäude in Harasta, rund zehn Kilometer nordöstlich der Hauptstadt.
Die islamistische Gruppierung Al-Nusra-Front bekannte sich auf ihrer Facebook-Seite zu den Selbstmordanschlägen. Sie bezeichnete den Sitz des Luftwaffengeheimdienstes als "Hochburg der Tyrannei". Ein Attentäter habe ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in das Gebäude gesteuert, hieß es. Wenig später habe ein weiterer "Märtyrer" ein Fahrzeug zur Explosion gebracht, "um den Rest des Gebäudes zu zerstören und die Überlebenden zu töten", hieß es in dem Beitrag weiter.
Der Beobachtungsstelle zufolge bombardierte die syrische Armee nur wenige Stunden nach den Anschlägen die Stadt Harasta. Den Angaben der Organisation zufolge gab es Dienstagfrüh auch wieder Angriffe in der Stadt Homs und auf mehrere Stadtteile der seit Monaten umkämpften Metropole Aleppo. In der Region Idlib nahe der Grenze zur Türkei wurden bei schweren Kämpfen in einem Dorf mindestens vier Aufständische und ein Kind getötet. Die syrischen Rebellen haben nach Angaben von Aktivisten aber eine strategisch wichtige Stadt im Norden des Landes erobert. Die Regierungssoldaten hätten sich von allen ihren Kontrollpunkten in Maarat al-Numan zurückgezogen.
Die Türkei verlegte unterdessen weitere Militäreinheiten an die Grenze zu Syrien. So seien 25 zusätzliche Kampfflugzeuge auf einer Luftwaffenbasis im südostanatolischen Diyarbakir angekommen. In den Grenzprovinzen Hatay und Sanliurfa wurden zudem Panzerverbände näher an die syrische Grenze gebracht. Auch in der Nähe der Grenzstadt Akcakale, wo vergangene Woche fünf Zivilisten beim Beschuss durch eine syrische Granate getötet worden waren, wurden die türkischen Grenztruppen demnach weiter verstärkt.
UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon rief die syrische Führung zu einer sofortigen einseitigen Waffenruhe auf. Es sei "unerträglich", wie die Zivilbevölkerung unter den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen zu leiden habe, sagte Ban.












