Merkel reist zu heiklem Kurzbesuch nach Athen

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Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel reist am Dienstag erstmals seit Beginn der Euro-Schuldenkrise nach Griechenland. Bei dem eintägigen Kurzbesuch in Athen sind Gespräche mit Premier Samaras und Staatspräsident Papoulias geplant. Zudem will Merkel mit griechischen und deutschen Unternehmern zusammentreffen. Indessen hat die Euro-Gruppe Athen wegen der schleppenden Reformen unter Zeitdruck gesetzt.
Für den Besuch Merkels sind in der griechischen Hauptstadt massive Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, mehrere Tausend Polizisten sollen im Einsatz sein. Die linke Opposition und Gewerkschaften haben zu Protesten gegen Sparauflagen aufgerufen, die das hoch verschuldete Land für internationale Hilfen umsetzen soll. Merkel war in griechischen Medien wiederholt unvorteilhaft porträtiert und in Nazi-Uniform abgebildet worden.
Viele Griechen werfen Deutschland vor, in der Krise einen unmenschlichen Spardruck auszuüben. Merkel selbst erwartet am Dienstag in Athen "sehr konstruktive und freundschaftliche Gespräche". Samaras will einem Zeitungsbericht zufolge mit dem Besuch von Merkel ein neues Kapitel der deutsch-griechischen Beziehungen aufschlagen.
Allerdings steht Athen stark unter Druck. Die Währungspartner in der Euro-Zone forderten die Regierung am Montagabend auf, bis zum EU-Gipfel am 18. Oktober alle noch offenen Punkte abzuarbeiten, die als Voraussetzung für eine Auszahlung der nächsten Hilfsgelder verabredet wurden. Die Euro-Gruppe und der Internationale Währungsfonds zollten Griechenland zwar Anerkennung für seine Fortschritte. Sie signalisierten aber zugleich ein Ende ihrer Geduld.
Bis in knapp zwei Wochen solle Griechenland die 89 Zusagen umsetzen, die vereinbart worden seien, erklärte Euro-Gruppen-Chef Juncker in der Nacht. Er kündigte Beschlüsse zu Griechenland für die "kommenden Wochen" an. IWF-Chefin Lagarde meinte: "Es gibt Fortschritte vor Ort, aber es muss noch mehr getan werden, an allen Fronten." Der griechische Finanzminister Stournaras hofft unterdessen auf einen zeitlichen Aufschub der Geldgeber um zwei Jahre.
Die internationalen Kreditgeber haben bisher noch nicht das neue Sparprogramm Athens von 14,5 Mrd. Euro gebilligt. Dies ist aber Voraussetzung für die Freigabe der dringend benötigten Kredittranche von 31,5 Mrd. Euro. Ohne das Geld wäre Griechenland schon bald pleite.












