Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
22. Mai 2013 17:02 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Island will EU-Verhandlungen nicht fortsetzen Ausschuss im US-Senat billigte Einwanderungsreform Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Politik Nächster Artikel Island will EU-Verhandlungen nicht fortsetzen Ausschuss im US-Senat billigte Einwanderungsreform
Zuletzt aktualisiert: 07.10.2012 um 21:37 UhrKommentare

Rücktrittsaufforderungen nach Verbalattacke

"Keine richtigen Kärntner": FPK-Landesrat Harald Dobernig empört mit Attacken gegen slowenische Volksgruppe. Aus allen politischen Lagern von Landes- wie Bundesseite hagelte es scharfe Kritik.

Kärntens Landesrat Harald Dobernig

Foto © APAKärntens Landesrat Harald Dobernig

Wenige Tage vor den Landesfeiern zur Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 fegt ein Sturm der Entrüstung durch Kärnten. Auslöser ist FPK-Landesrat Harald Dobernig (32). Bei der Feier des Kärntner Abwehrkämpferbundes bezeichnete er Samstag die im Vorjahr von seinem Parteifreund Landeshauptmann Gerhard Dörfler mit erzielte Ortstafellösung als "Einstiegsdroge". Der Volksgruppe attackierte er: "Man hat den Eindruck, dass in Kärnten mehr Slowenen als richtige Kärntner leben." Nur in diesem Punkt ruderte Dobernig am Sonntag via ORF zurück; er habe nie bestritten, "dass Slowenischsprachige echte Kärntner sind". An der "Einstiegsdroge" hielt er fest, denn von slowenischer Seite gebe es immer weitere Forderungen.

Die Teilkorrektur änderte nichts daran, dass es aus allen politischen Lagern von Landes- wie Bundesseite scharfe Kritik samt Rücktrittsaufforderungen hagelte. Rückendeckung erhielt Dobernig einzig von seinem Parteichef Kurt Scheuch. Dörfler schwieg.

Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ), der ebenso Ortstafel-Chefverhandler war, verwehrte sich gegen die "menschenverachtenden Aussagen". "Wirklich dumm", kommentierte Staatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP). "Man kann ihn nicht Ernst nehmen", meinte BZÖ-Chef Josef Bucher. "Rücktrittsreif", sagte Grünen-Chefin Eva Glawischnig. In Kärnten sehen SPÖ, ÖVP und Grüne einen weiteren Anlass für rasche Neuwahlen. "Dieser Mann ist rücktrittsreif", hieß es auch aus den Reihen der Slowenenorganisationen. Zu einem drastischen Vergleich griff Aleksander Geržina, Botschafter Sloweniens in Wien, in der "Presse": "Dobernig und seine Kampftruppen verbreiten das Gedankengut einer Massenbewegung, die in den 30er Jahren erfolgreich war".

Dobernig hat sich erst vor Tagen wegen einer Sondermünze empört, auf der Kärnten/Koroška steht. Dem Schüler, der den Entwurf gestaltete, hat Dörfler am Wochenende einen Geburtstagsbesuch abgestattet. Das lässt manche spekulieren, die FPK-ler wollen nichts anderes, als von den Justizfällen ablenken.


Zitiert

"Wir müssen stärker kämpfen, uns zu Wort melden, gemeinsam Leserbriefe schreiben. Denn man hat bereits den Eindruck, dass in Kärnten mehr Slowenen als richtige Kärntner leben." Harald Dobernig in seiner Rede vor dem Abwehrkämpferbund.

"Die zwiespältige Haltung schadet dem Ruf Kärntens extrem und damit auch der wirtschaftlichen Entwicklung." Wolfgang Waldner, Landesrat (ÖVP)

"Furchtbar scheußlich und völlig jenseitig. Solche Aussagen haben 2012 in Kärnten nichts mehr verloren." Rolf Holub, Grünen-Abgeordneter

"Dobernig ist offenbar darauf aus, jene Grenzen, die in der Realität längst niedergerissen wurden, zumindest in den Köpfen aufrechtzuerhalten." Peter Kaiser, SPÖ-Chef

"Lernen Sie Geschichte, Herr Dobernig, und zeigen Sie mehr Respekt vor der Verfassung." Josef Ostermayer, Staatssekretär (SPÖ) und Ortstafel-Chefverhandler

"Erstaunlich, dass einer, der so borniert ist, Landesrat sein kann." Rudi Vouk, Anwalt, Slowenenvertreter

"Dobernig hat erneut bewiesen, dass er das Land spalten will." Valentin Inzko, Rat der Slowenen

KLEINE.tv

Nordkorea schießt drei Raketen ab

Noch nicht bewertet

 

Politik im Bild

Schwarz-gelber Protest im Nationalrat 

Schwarz-gelber Protest im Nationalrat

 

Griechenland in der Krise



Politiker und Promis im Visier der Justiz

Foto: APA/AP/Reuters
 

Steirische Strukturreform

APA

Die Landesspitze baut die Gemeindestruktur massiv um. Im Jahr 2015 soll es von den derzeit 539 nur mehr 285 Gemeinden geben.



Seitenübersicht

Zum Seitenanfang