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    Zuletzt aktualisiert: 07.10.2012 um 21:34 UhrKommentare

    Wenig Bewegung, aber zwei Überraschungen

    In Summe wenig Bewegung in der politischen Landschaft brachten die burgenländischen Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen am Sonntag - mit leichten Verlusten für SPÖ und ÖVP und leichten Gewinnen für die FPÖ.

    Foto © Reuters

    Im Detail ist dies bei Kommunalwahlen freilich anders: So verlor die ÖVP ihren Stadtchef in Güssing an die SPÖ.

    In Großhöflein verliert die SPÖ hingegen vielleicht einen Bürgermeister. Denn dort gelang es Wolfgang Rauter, dem Spitzenkandidaten der Liste Burgenland (LBL), mit 42,9 Prozent eine Stichwahl gegen den amtierenden SP-Bürgermeister Oswald Kucher (S) zu erzwingen. Kucher kam auf nur 29,4 Prozent. Und in Oberwart muss SP-Stadtchef Gerhard Pongracz am 4. November gegen den ÖVP-Kandidaten Georg Rosner antreten.

    Die ÖVP fuhr den erwarteten Erfolg in Marz ein - wo die SPÖ wegen Fristversäumnis nicht antrat. VP-Bürgermeister Gerald Hüller kam ohne Gegenkandidaten auf 85,2 Prozent. Bei der Gemeinderatswahl eroberte die ÖVP 87,6 Prozent (2007 57,1), die FPÖ 12,4 Prozent. Die SPÖ hatte dort 2007 40,5 Prozent erreicht.

    Freud und Leid

    Freud und Leid lagen bei Landeshauptmann Hans Niessl (S) und seinem Stellvertreter Franz Steindl (V) am Wahlnachmittag nah beieinander. Der blaue Landesparteiobmann Johann Tschürtz zeigte sich mit dem Abschneiden der FPÖ zufrieden. Die Grüne Landessprecherin Regina Petrik war "froh und stolz".

    Niessl freute sich über das Abschneiden in Güssing, Heiligenkreuz und Stadtschlaining - in allen drei Kommunen wurde das Ergebnis der Bürgermeister- und Gemeinderatswahl 2007 zugunsten der Sozialdemokraten gedreht. Er räumte allerdings gegenüber dem ORF Burgenland ein, dass "jedes Mandat, das wir verlieren", schmerze.

    "Nix ist fix"

    Der Verlust von Gemeinden tat auch Steindl weh. Er meinte bevor das Endergebnis feststand: "Alles ist möglich, nix ist fix." Steindl wies darauf hin, dass man gemessen am Gesamtergebnis "deutlich weniger verloren" hätte als andere.

    "Ich bin zufrieden. Man sieht schon, dass sich etwas bewegt", kommentierte FPÖ-Obmann Johann Tschürtz gegenüber der APA das Abschneiden der Freiheitlichen. Der Einzug in eine engere Wahl blieb den Blauen jedoch versagt. "Ein, zwei Stichwahlen hätte ich mir schon erwartet", sagte der FP-Chef. In seiner Heimatgemeinde Loipersbach im Bezirk Mattersburg büßten die Blauen fünf Prozent ein. "Anscheinend wollten wir dort zu viel", sagte Tschürtz. Man habe Projekte umsetzen wollen und mit aller Kraft darauf hingearbeitet. Insgesamt gesehen seien die Freiheitlichen in vielen Ortschaften erstmals in den Gemeinderat eingezogen.

    Die Grüne Landessprecherin Petrik zeigte sich erfreut über das Wahlergebnis - vor allem über den Zuwachs in Mattersburg, Jennersdorf und Eisenstadt. In der Landeshauptstadt erreichten die Grünen nach eigenen Auswertungen Klubstatus. Das Ergebnis hätte noch besser ausfallen können, wenn mehr der im Burgenland lebenden EU-Bürger von ihrem Wahlrecht gewusst hätten, so die Grüne-Landeschefin. Liste Burgenland-Chef Manfred Kölly war für die APA zunächst nicht erreichbar.

    Quelle: APA

    Endergebnis

    • SPÖ46,21% | -1,46%
    • ÖVP 42,13% | -0,96%
    • FPÖ 4,04% | +1,11%
    • Grüne 1,80% | +0,41%
    • LBL 1,62% | -0,24%
    • SO1 4,18% | +1,11%

    Zwei Überraschungen

    Nach Güssing hat es auch in Oberwart eine Sensation bei der Bürgermeisterwahl gegeben: Der amtierende Stadtchef Gerhard Pongracz (S) muss auf den 4. November - dann finden die Stichwahlen statt - hoffen.

    Der VP-Kandidat Georg Rosner entschied den ersten Durchgang für sich und kam auf 43 Prozent, für Pongracz stimmten 41,9 Prozent. Die Piratenpartei erreichte bei ihrem ersten Antreten 0,75 Prozent.

    Foto

    Foto © APA

    Bild vergrößernEisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner nach der StimmabgabeFoto © APA

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