Saualm-Heim sperrt zu: Ersatz kommt
Der Vertrag zwischen Land Kärnten und der Betreiberin des Asylwerberheims auf der Saualm, Herta Lechner, wurde gekündigt. Grund: Vertrauensverlust aufgrund zahlreicher Vorwürfe und Anzeigen. Von Esther Farys.

Foto © KLZ/Hassler
Als jetzt auch noch angebliche illegale Tierschächtungen auf dem Anwesen der Betreiberin des Asylheims auf der Saualm bekannt wurden, zog Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) gestern die Notbremse. "Eine zukünftige Kooperation mit der Betreiberin ist ausgeschlossen", sagt Dörfler, der Jahre lang kein schlechtes Wort über die Besitzerin Herta Lechner verloren hat. Obwohl das Heim auch außerhalb Österreichs wegen abgelaufenen Lebensmitteln, strenger Duschzeiten und Gewalt gegen Asylwerber negative Schlagzeilen schrieb. Zudem ermittelt die Korruptionsanwaltschaft gegen Dörfler wegen "Überförderung der Heimbetreiberin".
Seit gestern sind die Pforten der "Sonderanstalt für mutmaßlich straffällige Asylwerber" geschlossen. Das Flüchtlingsreferat gab bekannt, dass der Vertrag zwischen dem Land und der Betreiberin gekündigt wurde. Damit wäre auch die "vertraglich garantierte adäquate Nachnutzung des Objektes bis zum 31. Mai 2014" hinfällig, so die Flüchtlingsbeauftragte Barbara Gutsche. "Aufgrund der Vorwürfe und Anzeigen gegen die Betreiberin und dem Vertrauensverlust ist eine Zusammenarbeit nicht mehr tragbar." Die Schließung des umstrittenen Asylheims begrüßt auch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP): "Das ist ein klares Zeichen, wenn es um die menschenwürdige Unterbringung von Asylwerbern geht."
Doch das Aus des Asylwerberheims auf der Saualm ist für das Land noch lange kein Grund, das Konzept "Sonderbetreuung" zu den Akten zu legen. "Die präventive Wirkung eines Quartiers für Personen mit besonderem Betreuungsbedarf hat sich positiv auf die anderen Asylwerberheime in Kärnten ausgewirkt", sagt Flüchtlingsbeauftragte Gutsche. An einem Nachfolgeprojekt werde bereits gearbeitet. Wo das neue Heim stehen wird, wer es betreiben soll und ab wann dort Flüchtlinge untergebracht werden könnten, lässt Gutsche offen.
"Sieg der Menschenrechte"
Für SPÖ-Chef Peter Kaiser habe die Menschlichkeit über populistische Aufhetzungspolitik triumphiert. Ein "Sieg der Menschenrechte" ist das Ende für den Grünen-Abgeordneten Rolf Holub. Die BZÖ befindet das Saualm-Aus für richtig und begrüßt es.
Was jetzt mit der Saualm geschieht, ist ungewiss. Im Übrigen weiß die Staatsanwaltschaft nichts von einer Schächtung.
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Betreiberin Herta LechnerFoto © KLZ/Hassler
Die Bewohner
21 Asylwerber waren bis Anfang September auf der Saualm untergebracht.
Wegen Sanierungsarbeiten wurde der Betrieb eingestellt. Die Bewohner wurden auf andere Kärntner Quartiere aufgeteilt.














