Pfarrer-Initiative kritisiert Hirtenwort: "Zynismus"
Die Pfarrer-Initiative kritisiert am Hirtenbrief, dass Reformerwartung und Glaube gegeneinander ausgespielt werden würden . Die Plattform "Wir sind Kirche" ortet sogar "Zynismus" in den Worten der Bischöfe.

Foto © APASprecher der Pfarrer-Initiative Helmut Schüller
Wenig Freude über das Hirtenwort der Bischöfe zum "Jahr des Glaubens" herrscht bei der darin auch angesprochenen Pfarrer-Initiative. "Es ist erstaunlich, dass Reformerwartungen und Glaube gegeneinander ausgespielt werden", kritisierte deren Sprecher Helmut Schüller am Mittwoch gegenüber der APA. Die Plattform "Wir sind Kirche" ortet in gewissen Botschaften beinahe "Zynismus" in den Worten der Bischöfe.
Geht es nach dem Hirtenwort, komme eine Erneuerung der römisch-katholischen Kirche "nur aus dem Glauben". "Das möchte ich zurückweisen", meint Schüller dazu - und will so auch für die meisten Kirchenmitglieder sprechen. Einheit und Konsens dürften nicht zum Selbstzweck werden. Es brauche immer auch "die nötige Auseinandersetzung zuvor". Beim Priesterrat der Erzdiözese Wien am Donnerstag, dem Schüller wie Kardinal Christoph Schönborn angehören, werde man sich jedenfalls wieder mit dem Thema auseinandersetzen.
Auch Hans Peter Hurka von "Wir sind Kirche" hat keine Freude mit dem Hirtenwort. "Ich finde, wenn man positiv an die Sache herangeht, ist es gut gemeint aber zu wenig weitgehend." "No na" müsse eine Erneuerung der Kirche "aus dem Glauben heraus geschehen". Die Bischöfe würden aber vergessen, dass es auch um konkrete Lebenssituationen gehe. "Hier zu sagen, treten wir einen Schritt zurück und schauen wir uns das an, ist schon fast zynisch." Und weiter: "Die Kirchenleitung sieht nicht die Situation, in der sie ist."
Laieninitiative unzufrieden mit Hirtenwort
Auch die "Laieninitiative" kritisiert das Hirtenwort der Bischöfe zum "Jahr des Glaubens". "Der Hirtenbrief nimmt Ungeduld und Reformstau wahr, analysiert zutreffend einige Gründe der Krise, aber er verfehlt - in schlechter amtskirchlicher Tradition - den Ansatz, der zu Lösungen führen könnte", meinte Peter Pawlowsky, derzeit Leiter der "Laieninitiative", am Mittwoch in einer schriftlichen Stellungnahme.
Das Hirtenwort enttäusche durch "seine inneren Widersprüche". Erfreulich sei die Einleitung, in der ausführlich von der Freude am Glauben die Rede sei. Kritisiert wird von der "Laieninitiative" jedoch, dass den Reformbewegungen unterstellt werde, ihre Forderungen kämen nicht aus einer Haltung des Glaubens. Auch folgendes stört Pawlowsky: "Während sich die Bischöfe zur Notwendigkeit und Zukunftsfähigkeit der Pfarrgemeinden bekennen, scheuen sie sich nicht, die Reduktion der Pfarrgemeinden auf priesterlose Filialgemeinden zu betreiben."












