Schweizer Familie als Atomschmuggler verurteilt
Ein Schweizer Gericht hat drei Mitglieder eines Atomschmuggel-Netzwerks am Dienstag zu Haft- und Bewährungsstrafen verurteilt. Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hatte den drei Angehörigen ein und derselben Familie zur Last gelegt, gegen das Schweizer Kriegsmaterialgesetz verstoßen zu haben. Die Richter sprachen die Angeklagten der "Förderung der Herstellung von Kernwaffen" schuldig.
Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Ingenieursfamilie bis 2003 Libyen bei der Entwicklung eines Atomwaffenprogramms mit der Weitergabe von Technologie und speziellen Trainings geholfen hat. Anders als zunächst angenommen hielt das Gericht den Angeklagten nicht zugute, dass sie auch verdeckt mit dem Westen zusammengearbeitet und damit zur Zerschlagung des Netzwerkes des pakistanischen Wissenschaftlers Abdul Qadeer Khan beigetragen hatten.
Die Zusammenarbeit mit den amerikanischen Behörden sei keineswegs strafmildernd, sondern ebenfalls "eine unerlaubte Maßnahme", stellte das Schweizer Gericht fest. Khan wird auch als "Vater der islamischen Atombombe" bezeichnet. 2004 wurde er auf Druck der USA in Pakistan unter Hausarrest gestellt. Zuvor hatte er zugegeben, seine Kenntnisse auf eigene Faust an Nordkorea, den Iran und Libyen weitergegeben zu haben. In den 1980er Jahren soll Khan zudem einen schwunghaften Handel mit Nuklearmaterial betrieben haben.
Weil die beiden Brüder bereits lange in der Untersuchungshaft saßen, müssen sie ihre Haftstrafen in Höhe von 50 und 41 Monaten nicht antreten. Der Vater wurde zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.












