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Zuletzt aktualisiert: 25.09.2012 um 14:09 UhrKommentare

Bures für CO2-Abgabe und gegen Ticketsteuer

Schnelle Bahn bringt Regionalflughäfen weiter unter Druck. Größtes Problem für die Luftfahrt sind CO2-Abgabe und Ticketsteuer. Luftfahrtministerin bekennt sich zu Flugangst.

Foto © APA

Die Luftfahrt sichert in Österreich 75.000 Arbeitsplätze und erwirtschaftet im weitesten Sinn 4,6 Mrd. Euro, 1,7 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP). Um auf diesen Wert zu kommen hat die internationale Luftfahrtbehörde IATA in einer am Montagabend in Kooperation mit dem WirtschaftsBlatt in Wien vorgestellten Studie nicht nur 3,6 Mrd. Euro an "direkten, indirekten und induzierten" sondern auch noch 0,9 Mrd. Euro an "katalytischen" Effekten zusammengerechnet. Die durchschnittliche Arbeitsproduktivität pro Beschäftigten liege mit 87.900 Euro um 45 Prozent höher als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

Größtes Problem für die Luftfahrt sind die Abgaben - CO2-Abgabe und Ticketsteuer - erinnerte AUA-Chef Jaan Albrecht anlässlich der Präsentation der Ergebnisse in einer Podiumsdiskussion mit Verkehrsministerin Doris Bures (S), Flughafen-Vorstand Julian Jäger und Austrocontrol-Chef Heinz Sommerbauer. Vor allem der Alleingang Europas tue der Luftfahrtbranche weh - noch schlimmer könnte es kommen, wenn China nun als Reaktion Bestellungen von Airbussen storniert. Dann könnte ein Wirtschaftskrieg daraus werden. Grundsätzlich sei die Airline-Branche durchaus bereit den Schadstoffausstoß zu senken und sei auch eine Selbstverpflichtung dazu eingegangen, versicherte Albrecht.

Bures unterstützte allerdings uneingeschränkt die CO2-Abgabe. Es sei "richtig, dass sich Europa zur CO2-Reduktion bekennt", selbst wenn sich große Wirtschaftsblöcke wie USA oder China nicht beteiligen. Hier gebe es "übergeordnete Interessen". Hoffnung machte sie der Branche hingegen, dass es zu einer Reduktion der im Oktober 2010 eingeführten Ticketsteuer kommen könnte: Diese Flugabgabe sei lediglich eine "Budgetkonsolidierungsmaßnahme" gewesen, sagte sie. Die Diskussion über die Absenkung sei "auf einem guten Weg", zuständig sei aber Finanzministerin Maria Fekter (V). "Wenn ich sagen würde, wir senken die Flugabgabe, dann wäre das Amtsanmaßung", so Bures. Aber in dieser Frage sei sie "Verbündete" der Flugbranche. Bures befürwortet auch die geplante dritte Piste für den Flughafen Wien.

Luftfahrt in Österreich wird von Bahn überholt

Ein anderes Lieblingsprojekt der Verkehrsministerin dürfte zu tieferen Veränderungen der Luftfahrt in Österreich führen. Wenn ab 2014 die Bahn in weniger als 1,5 Stunden von Wien nach Linz fährt und der Flughafen Wien an das Bahnnetz voll angebunden wird, werden Flüge zwischen den beiden Städten noch weniger attraktiv, räumte sie ein. Und hat diesmal AUA-Chef Albrecht auf ihrer Seite. Die größte heimische Fluglinie unterstützt den Bahnausbau, da die Strecke ohnehin nicht wirtschaftlich mit Flugzeugen betrieben werden könne. Die Flieger, die man sich dort einspare, könnten auf profitablen Strecken nach Osteuropa besser eingesetzt werden, sagte Albrecht. Und nach Linz müsse Graz folgen. Dagegen hätte Bures nichts einzuwenden, allerdings "da müssen wir noch kurz durch einen Berg" erinnerte sie, dass der Semmering-Tunnel wohl erst 2020 in Betrieb sein werde.

Auch Jäger sieht es als "irrationale Vorstellung", dass Regionalflughäfen das volle Programm eines Großflughafens leisten könnten. Linz als "dritte Piste Münchens" bezeichnen könnten nur Menschen, die von der Luftfahrt wenig verstehen. In das gleiche Horn stieß auch Sommerbauer: Ein Flughafen, bei dem der gesamte Verkehr des Tages auf einer einzigen Anzeigetafel Platz finde, könne sich auf Dauer wohl die volle Luftfahrtsicherung der Austrocontrol nicht leisten, meinte er. Namen wollte er keine nennen.

Bures nutzte das hochkarätige Podium zu einem "Outing", wie sie es selber nannte: "Ich tue mir schwer mit der Luftfahrt, weil ich meine Flugangst nicht überwunden habe". Die Zeit, die sie jedes Jahr über den Wolken verbringe "kommt mir vor wie eine Ewigkeit".

Quelle: APA

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