Kopfgeld auf Schmäh-Film-Produzent ausgesetzt
Der pakistanische Eisenbahnminister Ghulam Ahmed Bilour lobte ein Kopfgeld von 100.000 Dollar für die Tötung des Film-Produzenten aus. Nach den blutigen Unruhen am Freitag herrscht in Pakistan gespannte Ruhe.
Kein Ende der Proteste gegen den Islam-Schmähfilm in der arabischen Welt: In Pakistan gingen am Samstag erneut tausende Menschen auf die Straßen, um gegen das Video zu protestieren. Das gleiche Bild zeigte sich auch in Nigeria. Dort erstreckte sich in der Stadt Kano der Protestzug über mehrere Kilometer. Der pakistanische Eisenbahnminister setzte unterdessen ein Kopfgeld auf den Produzenten aus. Ghulam Ahmed Bilour versprach demjenigen, der "diesen Gotteslästerer" töte, 100.000 Dollar. Bilour forderte die Taliban und das Terrornetzwerk Al-Kaida auf, sich der "noblen Sache" anzuschließen. Bei dem Produzenten handelt es sich um einen 55-jährigen koptischen Christen, der in einem Vorort von Los Angeles lebt.
In Pakistan herrschte erhöhte Alarmbereitschaft, nachdem Protestkundgebungen gegen das Islamvideo am gestrigen Freitag blutig endeten. Medienberichten zufolge kamen bei Ausschreitungen mindestens 23 Menschen ums Leben, mehr als 200 seien verletzt worden. Zehntausende Muslime waren auf die Straße gegangen, um gegen das Video zu protestieren. Ministerpräsident Raja Pervez Ashraf hatte den Freitag zum landesweiten Feiertag zu Ehren des Propheten erklärt.
Im westfranzösischen La Rochelle wurde indes ein Mann festgenommen, der zur Ermordung des Chefs der Satirezeitung "Charlie Hebdo" aufgerufen haben soll. "Wer bringt mir diesen Kopf, wer bringt das Fass zum überlaufen", soll der Mann auf einer Islamisten-Website geschrieben haben. "Charlie Hebdo" hatte vor dem Hintergrund der Empörung über das Mohammed-Video eine Karikatur des Religionsgründers veröffentlicht.
Demoverbot in Frankreich
In Frankreich wurde das vom Innenministerium verhängte Demonstrationsverbot von der Polizei strengstens überwacht. In Paris wurden 21 Muslime festgenommen, auch in Lille wurde eine Protestaktion mit Festnahmen unterbunden. Im südfranzösischen Marseille rückten 60 Sonderpolizisten mit einem Hubschrauber an, um genau einen Demonstranten im Stadtzentrum vorzufinden. "Vielleicht bin ich heute der einzige, aber ich bin der Sprecher der schweigenden Mehrheit", sagte Omar Djellil zu den ebenfalls zahlreich angereisten Medienvertretern.












