Erneut schwere Kämpfe in Syrien
In Syrien ist die Stadt Aleppo wieder unter Beschuss. Die syrische Armee bombardiert Wohnbezirke mit schwerer Artillerie. Auch an der Grenze zu Jordanien sind die Kämpfe zwischen den Rebellen und der Armee erneut aufgeflammt.

Foto © APSyrische Rebellen halten die Revolutionsfahne hoch
Die syrische Metropole Aleppo hat am Samstagmorgen erneut unter schwerem Beschuss gestanden. Artillerieschüsse und schwere Explosionen waren in der ganzen Stadt zu hören. Der im Exil ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge wurden unter anderem die Bezirke Hanano, Arkub und Marje bombardiert.
In der südlichen Provinz Daraa, die wie Aleppo zu den Hochburgen der Gegner von Präsident Bashar al-Assad zählt, gab es Aktivisten zufolge in der Ortschaft Al-Hara eine Welle von Festnahmen und Razzien. Nahe der Hauptstadt Damaskus wurde zudem bei Kämpfen ein Deserteur der syrischen Armee getötet.
Kämpfe an der Grenze
In Syrien sind nach Oppositionsangaben in der Nähe eines belebten Grenzübergangs nach Jordanien heftige Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen ausgebrochen. Aktivisten meldeten am Samstag einen massiven Beschuss der Gegend um den Grenzort Nasib, an dem die Autobahn von Damaskus zur jordanischen Hauptstadt Amman vorbeiführt. Außerhalb Syriens halten sich derzeit rund 257.000 Flüchtlinge auf, viele von ihnen in Jordanien.
Die syrischen Rebellen haben einem Augenzeugen zufolge einen Kampfjet der Armee abgeschossen. Die Aufständischen hätten einen Militärstützpunkt bei der Stadt Atarib in der nördlichen Provinz Idlib angegriffen, sagte ein Reporter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Als der Jet über die Rebellen hinweggeflogen sei, hätten sie ihn mit eine provisorischen Flugabwehrwaffe getroffen.
Nach Angaben der syrischen Menschenrechtsbeobachter wurden am Freitag allein landesweit mindestens 150 Menschen getötet. Meldungen aus Syrien sind wegen der Medienblockade der Regierung von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.
Auch die UNO wird sich erneut mit der Krise in Syrien beschäftigen müssen. Am Dienstag findet am Sitz der Vereinten Nationen in New York die UNO-Vollversammlung statt. Noch immer wühlen die Umbrüche in der arabischen Welt die internationale Politik auf. Das gilt besonders für den Konflikt in Syrien, über den die Veto-Mächte tief zerstritten sind. Für Brisanz sorgen zudem die Proteste in muslimischen Ländern gegen das anti-islamische Mohammed-Video aus den USA.












