Gespannte Ruhe im Inselstreit Japan-China

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Nach den bisher größten anti-japanischen Protesten in China herrschte am Mittwoch angespannte Ruhe. Erstmals seit Freitag war die Hauptverkehrsader vor der japanischen Botschaft in Peking wieder geöffnet. Der neu entflammte Streit um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer könnte auch die Handelsbeziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften in Asien beeinträchtigen.
Der Kauf von drei der Inseln durch die japanische Regierung werde "mit Sicherheit die normale Entwicklung der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen schädigen", sagte in Peking der Sprecher des Handelsministeriums, Shen Danyang. "Es ist nichts, was wir uns wünschen, aber Japan muss die volle Verantwortung dafür übernehmen.
In dem Streit wurde in China der Ruf nach wirtschaftlichen Sanktionen gegen Japan und einem Boykott japanischer Waren laut. Das Handelsvolumen beider Länder erreichte im vergangenen Jahr 340 Milliarden US-Dollar. Japanische Elektronik- und Autohersteller haben ihre Werke in China vorübergehend stillgelegt. Aus einzelnen japanischen Unternehmen wurden Streiks der chinesischen Belegschaft bekannt. Aus Angst vor Vandalismus haben große japanische Supermarkt- oder Modeketten in China geschlossen.
Auslöser der Spannungen war der Aufkauf von drei Insel durch die japanische Regierung, die damit eigentlich verhindern wollte, dass sie von nationalistischen Kräften erworben werden. China nannte den Kauf illegal, zeigte sich empört und bekräftigte seinen territorialen Anspruch. Beide Nachbarn streiten seit Jahrzehnten um die Felseninseln. In dem Seegebiet gibt es reiche Fischgründe. Auch werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet.
Wegen der Spannungen gibt es Angst vor Zwischenfällen zwischen chinesischen und japanischen Schiffen in dem umstrittenen Seegebiet. Chinesische Patrouillenschiffe seien von der japanischen Küstenwacht aufgebracht worden, berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Bei den Begegnungen hätten die Besatzungen den chinesischen Anspruch über die Inseln erklärt. Zehn Schiffe der chinesischen Küstenwacht seien in dem Gebiet, während Japan sechs Schiffe und Überwachungsflugzeuge entsandt habe.













