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    Zuletzt aktualisiert: 10.09.2012 um 16:27 UhrKommentare

    Rudolf Kaske: Gelernter Koch führt die AK

    Die Arbeiterkammer bekommt in Bälde ein neues Gesicht - und das nicht nur weil der Präsidenten-Sessel neu besetzt wird.

    Foto © APA

    Mit der Designierung von Rudolf Kaske (57) nimmt ein völlig anderer Typ die Zügel in Österreichs größter Arbeitnehmer-Vertretung in die Hände, als es Herbert Tumpel während der vergangenen 15 Jahre war. Kaske, der verheiratet ist und zwei Stieftöchter hat, gilt als leutselig, offen und als Freund starker Sprüche. So hyperventilierte Schwarz-Blau fast, als der damalige Chef der Tourismus-Gewerkschaft davor warnte, dass die Republik brennen werde, wenn man die geplanten Sozialeinschnitte tatsächlich durchführe.

    Die Karriere Kaskes ist für einen Gewerkschafter nicht so untypisch. In eine Arbeiterfamilie hineingeboren wuchs er in der Wiener Leopoldstadt auf. Seine Kochlehre absolvierte Kaske im Wiener Hotel Intercontinental. Seine ersten Schritte in der Arbeitnehmer-Vertretung setzte er als Jugendvertrauensrat. In der damaligen Tourismusgewerkschaft (HGPD) schwang sich Kaske recht jung zum Zentralsekretär auf und war führend in die Kollektivvertragsverhandlungen eingebunden. Sein aktionistisches Talent zeigte sich rasch im Kampf um die Fünftagewoche, etwa als er mit 500 Menschen das Salzburger Sternbräu des ÖVP-Politikers Günter Puttinger "besetzte", indem man sich einfach an die Tische setzte und beim billigsten Getränk verharrte. Bei einer ähnlichen Aktion im Zillertal wurden die Gewerkschafter gar als "Teufeln" verflucht, habe sich doch in der Region schon seit 100 Jahren niemand mehr zu demonstrieren getraut.

    Kaskes forsches Auftreten kam in den eigenen Reihen an. 1995 wurde er Chef der HGPD und blieb das auch bis zu deren Auflösung im Rahmen der "vida"-Gründung 2006. Bis dahin sollte es der ohnehin nicht nur durch seine schrägen Brillen auffällige Kaske aber noch zu erstaunlicher Bekanntheit für den Vorsitzenden einer Kleinstgewerkschaft bringen. Das kam so: Als die Regierung Schüssel 2000 ihre ersten Sozialeinschnitte plante, drohte die Gewerkschaft mit Generalstreik und Kaske unterstützte dies mit markigen Worten: "Unsere Gewerkschaft ist gerüstet. Wenn einmal dieses Arbeitslosenheer marschiert, dann brennt die Republik." Massive Kritik von ÖVP und Freiheitlichen war die Folge, richtig zurückgerudert ist Kaske nicht. Ironie am Rande: Gerade Kaske gilt in der Sozialpartnerschaft weniger als Heißsporn denn als einer der pragmatischsten und verlässlichsten Verhandler.

    Der Bekanntheitsgrad war jedenfalls deutlich in die Höhe geschnellt - vielleicht hilfreich als es darum ging, den Vorsitz in der "vida", einem außerordentlich heterogenen Gewerkschaftsprodukt, das vom Eisenbahner über den Piloten bis zum Fußpfleger so alles mögliche vereint, zu übernehmen. Eigentlich schien damals klar, dass der oberste Eisenbahner Wilhelm Haberzettl übernimmt, tat er aber aus bis heute wie so oft bei ihm nicht ganz nachvollziehbaren Gründen nicht und so sprang Kaske, ebenfalls mit einem bekannten Gesicht versehen, in die Bresche. Leicht hatte er es in der "vida" nicht, sind die Interessenslagen der in der Gewerkschaft zusammengeführten Berufsgruppen doch sehr unterschiedlich. Am Heikelsten wurde es vergangenen Frühling, als Kaske im AUA-Streit den Tyrolean-Kollektivvertrag gegen den Willen der dortigen Belegschaft kündigte. Solche Sorgen ist er nunmehr los - die der BAWAG auch schon seit längerem. Dass er in der vormaligen Gewerkschaftsbank im Aufsichtsrat saß und wie alle anderen nichts von den Malversationen mitbekommen hatte, ist mittlerweile fast vergessen.

    Als Arbeiterkammer-Präsident dürfte Kaske zwar die erfolgreiche Service-Schiene seines Vorgängers unverändert weiter fahren, aber durch kantigere politische Aussagen auffallen. Dass er um einen flotten Spruch selten verlegen ist, bewies der künftige AK-Präsident erst im Vorjahr, als er AUA-Boss Jaan Albrecht keck mit einer SPÖ-Legende verglich, der man den Hang zum Klogang nachsagte, wenn es einmal kritisch wird: "Der kommt mir vor wie der zweite Heinz Fischer: Immer wenn's brenzlig wird, war er nicht dabei". Diesmal hat sich Kaske entschuldigt.


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