Stronach will die ÖBB kaufen und sanieren
Multimilliardär Frank Stronach nimmt den halbernsten Vorschlag von ÖVP-Chef Spindelegger auf und zeigt sich an der heimischen Bahn interessiert. Für den Austrokanadier ist der Vorschlag definitiv kein politischer Jux. Von Michael Jungwirth.

Foto © ReutersGroße Pläne? Frank Stronach liebäugelt mit den ÖBB
Wie aus einem halblustigen Vorschlag plötzlich ernst werden kann, zeigt sich dieser Tage. Im ORF-Sommergespräch gab ÖVP-Chef Michael Spindelegger zu verstehen, Multimilliardär Frank Stronach sollte - nach dem Motto: Schuster, bleib bei deinem Leisten! - doch lieber die ÖBB kaufen - statt in fremden Gefilden zu wildern. Nicht nur bei FPÖ und BZÖ, auch in der ÖVP herrscht beträchtliche Nervosität wegen Stronachs Umstieg in die Politik.
Für Stronach kein politischer Jux
Doch der Austrokanadier, der am Donnerstag seinen 80. Geburtstag in kleinstem Kreis feiert, betrachtet den Vorschlag nicht als politischen Jux. Auf die Anfrage, ob Stronach tatsächlich bereit sei, die ÖBB zu kaufen und zu sanieren, erklärt Kathrin Nachbaur, die engste Mitarbeiterin des Neopolitikers, gegenüber der Kleinen Zeitung: "Ja, das Angebot gilt." Nähere Details werde Stronach nach seiner Rückkehr in Österreich bekannt geben.
Ob es jemals dazu kommt, ist wenig wahrscheinlich. Vor allem die SPÖ sperrt sich vehement gegen eine Privatisierung der Bahn. Im Juni 2011 hatte ÖVP-Finanzministerin Maria Fekter eine Lanze für die Privatisierung gebrochen. Wegen des Schuldenbergs von 20 Milliarden Euro hat Moody's das Rating der ÖBB auf negativ gesetzt. Jährlich schießt der Staat knapp fünf Milliarden zu.












