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    Zuletzt aktualisiert: 02.09.2012 um 20:05 UhrKommentare

    Salcher legt wieder die Finger in die Wunde des Schulsystems

    Mit seinem neuen Buch provoziert Autor Andreas Salcher erneut mit Kritik an den starren Strukturen. Salcher will die "Krankheit" des Schulsystem und gleichzeitig Wege zur "Heilung" aufzeigen. Von Sonja Hasewend.

    Foto © APA

    "Nie mehr Schule!" Ein Schlachtruf, den man von Andreas Salcher nicht gerade erwarten würde. Und doch heißt sein neues Buch so. Zumindest zur Hälfte. Denn dreht man es um, ist auf dem Cover spiegelverkehrt ein zweiter Titel: "Immer mehr Freude." Auch das Buch selbst hat zwei Hälften, die jeweils spiegelverkehrt geschrieben sind. Optisch ist es jedenfalls eine Überraschung.

    Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

    Wo beginnt man also zu lesen? Bei der "tödlichen Schule - warum es sie gibt und wer sie verteidigt"? Oder bei der "lebendigen Schule - wo es sie schon gibt und wie sie funktioniert"? Wo die Schulzeit "wie ein langer, kalter Regen" ist oder "ein angenehmer warmer Frühling, von dem man sich wünscht, dass er nie endet"? Es ist ein düsteres Bild, das Salcher von den meisten heutigen Schulen zeichnet. Und ein helles, in der Diktion fast schon kitschig anmutendes von jener Schule, die sich der Autor wünscht.

    Salcher hat mit seinem neuen Buch angeknüpft an "Der talentierte Schüler und seine Feinde" aus dem Jahr 2008. Offenbar hat sich nichts geändert seither. Beispiele führt er viele dafür an: Da ist Peter, der bis ins Erwachsenenalter an seinem sadistischen Lateinlehrer leidet. Oder Miriam, die kein Verständnis für ihre Eigenheiten erntet und in ihrer schulischen Karriere scheitert.

    Die "Krankheit" des Schulsystems will der Autor aufzeigen, und, im zweiten Teil des Buches, den Weg zur "Heilung" weisen. Dabei legt er den Finger in die Wunde und führt altbekannte Kritikpunkte an: Das österreichische Schulsystem sei bestenfalls mittelmäßig, dafür aber teuer und wenig auf die Individualität der Kinder und Jugendlichen ausgerichtet. Er seziert "Lügen der Politik" sowie "Irrtümer der Lehrergewerkschaft" und sieht Lehrer selbst großteils als Opfer eines fehlgeleiteten Systems.

    Als Gegenpol zum düsteren Bild des aktuellen Schulsystems zeichnet Salcher im spiegelverkehrten Teil des Buches seine Vision: eine Schule, in der der angehende Maurer neben dem angehenden Architekten sitzt, sich Lehrer und Schüler wertschätzend begegnen und in die Kinder gerne gehen. Aber er schreibt auch: "Wer Visionen hat, dem wird in Österreich empfohlen, zum Arzt zu gehen."

    Abschaffung des Rotstifts

    Also schreibt Salcher von "Wahrheiten" über die "lebendige" Schule. Es gehe dort um Wertschätzung, körperliche Bewegung nicht nur beim Sportunterricht, fächerübergreifendes Lernen. Außerdem um die Betonung künstlerischer Fächer und die Abschaffung des Rotstifts und um das Kämpfen gegen Widerstände.

    Trotz des bildungspolitischen Stillstands, wenn es um große Reformen geht, glaubt der Autor an eine "unaufhaltsame Revolution" im Schulsystem. Für Diskussionen wird er mit seinem Buch - pünktlich zum Schulbeginn in einigen Bundesländern und in Wien - auf jeden Fall sorgen.

    SONJA HASEWEND

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    Foto © APA

    Autor Andreas SalcherFoto © APA

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