Ermittlungen gegen rumänischen Ex-Premier
Die rumänische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Ex-Premier, ehemaligen Außenminister und Parteichef der Sozialdemokraten, Adrian Nastase, wegen Verstößen gegen das Waffengesetz. Nastase hatte am 20. Juni einen Selbstmordversuch verübt, nachdem er als erster hochrangiger Politiker in Rumänien infolge eines langjährigen Korruptionsverfahrens zu einer Haftstrafe verurteilt worden war.
Die Pistole, mit der er sich den Schuss versetzen wollte, besaß er legal. Für die fast 400 Schusspatronen, welche die Ermittler bei der nachträglichen Hausdurchsuchung fanden, hatte Nastase jedoch keine Genehmigung. Im Falle des Selbstmordversuchs selbst werden die Ermittlungen eingestellt - die Geste Nastases sei aus freiem Willen erfolgt, und die Polizisten hätten vorschriftsgemäß gehandelt, heißt es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft.
Viele der Details um Nastases Selbstmordversuch weisen darauf hin, dass er offenbar versuchte, sich der Haftstrafe zu entziehen. Obwohl sich später herausstellte, dass es sich bei der Verletzung bloß um eine harmlose Streifwunde handelte, die keine spezielle Behandlung im Krankenhaus erfordert hätte, erstellten seine Ärzte eine Falschdiagnose - von vier Ein- und Austrittswunden, einem Kugelverlauf, der lebenswichtige Organe nur knapp verpasst habe sowie einem drohenden Herzinfarkt war damals die Rede.
Auch wurde Nastase einer einstündigen Operation unterzogen und einer psychiatrischen Begutachtung unterzogen und blieb - offenbar ungerechtfertigt - mehrere Tage in einem öffentlichen Krankenhaus, statt seine Strafe anzutreten oder ins Gefängniskrankenhaus überstellt zu werden. Gegen die Ärzte ist ein Verfahren eingeleitet worden.












