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    Zuletzt aktualisiert: 21.08.2012 um 15:51 UhrKommentare

    Syrien: Rebellen schlagen zurück

    Stundenlange Schläge bis zur Ohnmacht - die syrischen Aufständischen gehen brutal gegen "Verräter" vor und misshandeln ihre Gefangene. "Wir sind momentan im Krieg," erklären die Aufständischen. Indessen droht US-Präsident Obama mit militärischen Interventionen.

    Kämpfer der "Freien Syrischen Armee"

    Foto © ReutersKämpfer der "Freien Syrischen Armee"

    Eine Gruppe Aufständischer treibt einen jungen Mann mit Gewehrkolben in ein Haus in Rankus, 30 Kilometer nördlich der syrischen Hauptstadt Damaskus. Der 23-jährige Ahmad soll ein Verräter sein. Er soll sich unter die Rebellen geschmuggelt haben, die seit anderthalb Jahren gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad kämpfen, um einen von ihnen an die Armee zu verraten.

    Anführer Asad ordnet sofort an, den Mann ins Bad zu bringen. Dort schlägt der "Löwe von Rankus", wie der örtliche Rebellenchef auch genannt wird, Ahmad mit der Faust ins Gesicht. Sein Opfer kniet schreiend auf dem Boden, die Hände auf dem Rücken gefesselt.

    Dann unterbricht Asad seine Schläge und verlangt nach einem Plastikschlauch, von dem er einen Meter abschneidet und den er doppelt nimmt, um auf den Gefangenen einzuprügeln. Durch die Badezimmertür, die Asad inzwischen geschlossen hat, sind die Schläge zu hören. Das Geschrei von Ahmad wird allmählich leiser. Der Rebellenchef macht nur eine kurze Pause, um den Gefangenen, dem er zuvor die Kleidung weggenommen hat, zu beschimpfen.

    Verhör unter Folter

    "Er hat versucht, Abu Hatab, den Chef der Aljadra-Brigade, an die Armee auszuliefern", sagt Mahmoud, einer der Aufständischen. Ahmad habe den Brigade-Chef zu einem Kontrollpunkt bringen sollen, wo ihn die Regierungstruppen dann hätten töten sollen. "Aber sein Spielchen nahm ein schlechtes Ende." Wenn der Gefangene schlau sei, werde er reden, ergänzt Mahmoud.

    Das Folterverhör Ahmads dauert mehr als zwei Stunden. Asad lässt sich von anderen Rebellen ablösen, die dem Gefangenen immer wieder Fausthiebe verpassen. Es ist inzwischen Abend geworden. Abu Hatab, der verraten werden sollte, kommt in das Haus in Rankus. "Im neuen Syrien würden wir die Verräter ins Gefängnis werfen, aber wir sind momentan im Krieg", erklärt er das brutale Verhör.

    Abu Jaffar, der Bruder von Asad, wird deutlicher: "Wir töten die Verräter. Sie haben keine Ehre." Nur das Geld interessiere solche Leute. Der Mann sei vor drei Wochen aufgetaucht, berichtet Asad. Er habe gesagt, er sei aus der regulären Armee desertiert. "Wir haben ihn wie einen der Unseren aufgenommen, und er hat uns verraten."

    Irgendwann bringen zwei Männer den ohnmächtigen Ahmad aus dem Bad und legen ihn in der Küche auf eine Matratze. Asad fragt seine Gefolgsleute, was er mit dem 23-Jährigen machen soll. Sein Bruder schlägt vor, ihn gegen 50 von der Armee festgehaltene Rebellen auszutauschen. Dass das klappen könnte, glaubt allerdings keiner.

    Peter Parker/AFP

    Warnung aus Russland

    Nach der Drohung von Präsident Barack Obama mit einer Militäraktion in Syrien hat Russland die USA indirekt vor einem Alleingang gewarnt. Moskau lege viel Wert darauf, dass internationales Recht und die Charta der Vereinten Nationen nicht verletzt würden. Das sagte Außenminister Sergej Lawrow.

    "Das ist der einzige wahre Weg in der heutigen Situation", sagte Lawrow. "Das ist überaus wichtig." Die UN-Vetomacht Russland ist ein enger Partner des syrischen Regimes von Präsident Bashar al-Assad.

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